Gelobt sei Jesus Christus!

Nehme an, Sie ärgern sich darüber, dass Ihnen ein dreistes Weiberleut (Übersetzung für die Kurie: donnaga) derart unverschämt schreibt, wo es lang geht. Ja, die Zeiten haben sich geändert. Weder werden Sie auf einer Sänfte herum getragen noch gibt es mehr Fußküsse. Als 1869 Papst Pius IX das Konzil im Schutz der heiligen Jungfrau begann, gestaltete sich dessen Eröffnung folgendermaßen:

"Glaube - Dogma - Macht - Geschichte der Konzilien von Renate Riemeck Verlag Urachhaus

....In einem Kreuzarm der Peterskirche, der durch eine Holzwand von dem großen Kirchzenraum abgetrennt worden war, traten 719 Bischöfe, Äbte und Ordensobere zu der ersten Sitzung zusammen. Zuvor waren sie feierlich durch die große Kirche gezogen und hatten Pius IX, - streng hierarchisch unterschieden - ihre Huldigung dargebracht: Die Kardinäle küßten stehend seine Hand, die Bischöfe mit Verbeugung sein rechtes Knie, die Ordensoberen und Äbte nach tiefem Kniefall seinen Fuß. Nach diesem langatmigen Zeremoniell eröfnete der Papst das Konzil. In seiner Begrüßungswansprache stellte er es unter den Schutz der heiligen Jungfrau und redete von der Ausrottung aller 'Irrtümer' sowie der Erhöhung des Glaubens....."

Diese feierliche Zeremonie dauerte sage und schreibe sechs Stunden. Die Gläubigen durften lediglich beten und schlucken was ihnen vorgesetzt wurde. Pius der IX war bekanntlich der Papst, der die Unfehlbarkeit für den Pontifex durchboxte, wonach sich dann die Altkatholische Kirche gebildet hat.

Heutzutage muss schon ein Pfarrer, geschweige denn ein Bischof, Kardinal oder Papst achtgeben was er sagt. Sofort kommt es in die Medien und die nach Sensationen lüsternen Journalisten gießen Öl ins Feuer. Und die Bevölkerung meint, wer laut genug schreit, hat Recht. So ist es aber nicht.

Im Internet läuft eine Befragung, ob die kritischen Äußerungen von Bischöfen der Kirche schade. Nehme an, dass diese Umfrage die Kirche in Auftrag gegeben hat. Was tut sie, wenn herauskommt, dass die Ernennung eines weiteren konservativen Bischofs die Gläubigen vergrault?  Ein Papst kann eine Entscheidung nicht zurück nehmen, das wäre ja der Anfang vom Ende.

Wie ich die Bilder im Fernsehen von Pfarrer Wagner gesehen habe, kamen mir Kindheitserinnerungen. Da schreitet ein Pfarrer tatsächlich noch vor der Messe durch die Kirche und spritzt Weihwasser auf die Gläubigen. Die Predigt hält er von der Kanzel herab. Das wirkt. Und er wettert gegen den Zeitgeist und erklärt Naturkatastrophen als Folge  von sündigem Tun. Da hat er Recht, aber die Menschen wollen das nicht hören und nicht akzeptieren. Andrerseits heißt es doch in der Bibel, dass kein Haar ohne Wille Gottes vom Haupt fällt.

Doch woher sollten die Menschen wissen, dass Gott den Menschen einen freien Willen gegeben hat, er jedoch einschreitet, wenn das Maß voll ist? Ich habe im Religionsunterricht nichts darüber erfahren, dass es Naturgeister gibt, die das Wetter beeinflussen, auch Stürme oder Erdbeben. Es muss aber stimmen, denn wie sonst könnten Regenmacher erfolgreich gewirkt haben? Und das ist Fakt. 

Es gibt noch mehr wichtige Themen, über die anscheinend weder Sie noch die Menschen Bescheid wissen und das ist der Grund, dass ich Ihnen schreibe. Freilich entstammt dieses Wissen nicht dem Bildungsstand einer Hausfrau, aber ich kann zumindest lesen und auch noch klar denken. Hoffe ich. Wobei wir wieder bei Paulus sind: "Prüfet alles und das Gute behaltet!"

Mit besten Wünschen und Grüssen

Ihre Traudy Rinderer

Anno domini 2009 am 14. Februar