Gelobt sei Jesus Christus!

Heute mache ich mir die Mühe und schreibe Ihnen ein paar besonders schöne Zitate von Sadhu Sundar Singh, den ich Ihnen vorgestern (Himmel) vorgestellt habe, ab. Und zwar aus dem Buch SADHU SUNDAR SINGH Ein Apostel des Ostens und Westens von Friedrich Heiler:

"Gott offenbart sich fort und fort durch sein heiliges Wort, die Bibel, allen, die ihn von Herzen suchen."

"Die Verkünder des Evangeliums können nicht überall hin kommen, aber Gottes Wort gelangt überall hin ... und wandelt die Menschen um, dass sie den Heiland, den Erlöser der Welt, liebgewinnen."

"Ich gehöre zum Leib Christi, d. h. zur wahren Kirche, welche nicht zu verstehen ist als ein Bau von Ziegeln und Steinen, sondern als eine Körperschaft wirklicher Christen, lebender und abgeschiedener."

"Was die Päpste betrifft, so habe ich großen Respekt vor ihrer Person, aber ich glaube nicht an den Papst als den Stellvertreter Christi und Nachfolger des hl. Petrus. Ich finde nicht Christi und Petri Geist und Eingebung in ihm. Christus selbst ist alle Zeit bei den Seinen (Mt. 28,20), und St. Petrus hinterließ oder bestellte nie einen Nachfolger, sondern lehrte, dass jeder wahre Christ eine Darstellung Christi auf Erden sei (1. Petr. 2,9)."

"Der Fels, auf den Christus seine Kirche baute (Mt. 16,18), ist nicht Petrus, sondern Christus selbst (Mt. 16,16)."

"Wenn du Christus nicht in der großen Gemeinde finden kannst, so gehe in deine Gebetskammer, und du wirst ihn finden. In der Einsamkeit hat Gott bessere Gelegenheit, zu uns zu reden, als unter Menschen. In der Stille der Einsamkeit, wenn der Blick des Herzens auf Christum gerichtet ist, gewinnen wir den Frieden, nach dem das Herz sich sehnt."

"Ich glaube an keine Kirche, weder eine römische noch eine protestantische, sondern ich glaube an den Leib Christi, d. h. die Körperschaft der wahren Gläubigen und Heiligen. Ich halte nicht viel vom Kirchentum, wohl aber vom Christentum, das für mich gleichbedeutend ist mit Jesus Christus. Auf die Frage, zu welcher Kirche ich gehöre, antworte ich immer: 'Zu keiner. Ich gehöre zu Christus, das genügt mir.'"

"Niemand kann sagen: 'Ich weiß genug; ich habe nichts mehr von andern zu lernen.' Wir lernen jeden Tag, und wie ich ohne Unterlaß von denen lerne, die ich im Orient treffe, so lerne ich auch von meinen Brüdern im Abendlande."

"Ich glaube nicht an die apostolische Sukzession ... Die wahre geistige Sukzession ist mehrmals unterbrochen worden, weil nicht alle geweihten Bischöf und Päpste vom heiligen Geist geweiht waren."

"'Man nennt uns Heiden', sagte er einmal im Gespräch mit dem Erzbischof von Upsala; 'man denke sich, meine Mutter eine Heidin! Würde sie noch leben, so wäre sie jetzt gewiß eine Jüngerin Christi. Aber schon in ihrer Väterreligion war sie so fromm, daß man lachen muß beim Namen <Heidin>. Sie betete zu Gott, sie diente Gott, sie liebte Gott viel wärmer und inniger als viele, viele Christen. Bei uns in Indien gibt es, so viel ich sehen kann, mehr Menschen, die ein geistiges Leben führen, als hier im Abendlande, obgleich sie Christum nicht kennen und anerkennen. Sie leben getreu nach dem Licht, das Gott ihnen gegeben ... Ihr hier habt die Sonn des Heils, aber wie viele sind es, die sich darum kümmern? Die Christen haben von Gott einen Schatz als Geschenk empfangen, der allein wert ist, daß man ihn besitzt, nämlich Christus; und doch können viele von ihnen das weltliche Leben nicht lassen, und nicht darauf verzichten, sondern haben nicht nur die Hände voll von der Welt, sondern auch das Herz.'"

 "Wir in Indien wußten bereits, dass Gott gut ist. Aber wir ahnten nicht, dass er so gut ist, dass Christus für uns sterben sollte. Viel Schönes findet sich im Hinduismus, aber das höchste Licht kommt von Christus. Gott befriedigt in gewissem Grade alle Sehnsucht nach ihm, aber die volle Befriedigung wird erst in Christus gewonnen; wer ihn findet, der findet den Himmel auf Erden."

"Es ist ein großer Schaden, dass viele römische Katholiken sich nicht so sehr um Christus kümmern als um die Kirche, deren Haupt Christus ist. Sie halten die Schale fest, aber vernachlässigen den Kern, sie verteidigen seine Kirche, aber nicht das Haupt selbst."

"Wir Inder wünschen nicht bloße Lehre, nicht bloß eine Religionslehre, denn davon haben wir genug und übergenug; wir sind müde der Lehren. Wir brauchen den lebendigen Christus. Die Inder wünschen Menschen, die nicht nur predigen und lehren, sondern Arbeiter, die in ihremn Leben und Wandel Jesum Christum darstellen."

"Jesus begann seine Arbeit nicht mit Philosophen, sondern mit einfachen Fischerleuten. Die Welt hat schon viele gelehrte Menschen gesehen und viele von diesen hat sie wieder vergessen; aber diese einfachen Menschen, die Jesus Christus bei seinem Werk geholfen haben, werden nie vergessen werden."

"Wollen wir etwas von Religion lernen, müssen wir uns an die wenden, welche 'Fachleute' auf dem Gebiete der Religion sind, deshalb, weil sie selbst erprobt und erfahren haben, was Religion bedeutet. Wir können nicht von einem Ingenieur verlangen, daß er sich auf Chirurgie versteht, oder von einem Chirurgen, daß er mit Mechanik vertraut ist. Was wissen Dogmatiker und Philosophen von Christi Gottheit? Geht statt dessen zu den 'Spezialisten' der Religion, zu den Mystikern, den Propheten und Betern."

"Wenn ein Mensch wirklich mit Christus lebt, so können ihm weder Unglück noch Krankheit, weder Verleumdung noch Verfolgung schaden. Im Gegenteil, er nimmt sie in einer solchen Art und Weise auf sich, dass Gutes für ihn und andere daraus entsteht. Ein Knabe warf einstmals mit Steinen nach einem Baum, und die Früchte fielen herab. Ich sagte zu ihm: 'Du siehst, wenn du auch den Baum zu schädigen trachtest, er gibt dir gute Früchte dafür.' So ist es mit denen, die in Christo leben."

"Ohne Geograph zu sein, können wir uns in das Wesen einer Landschaft versetzen. Und ohne Philosophie oder Theologie studiert zu haben, können wir zum Himmel eingehen, wenn wir den richtigen Weg einschlagen; denn der Himmel ist eine Gemütsstimmung, die am einfachsten zu verstehen ist als das Bewußtsein des in uns innewohnenden Christus."

"Eines Tages saß ich am Himalaya am Ufer eines Flusses; ich zog aus dem Wasser einen schönen, runden und harten Stein und zerschlug ihn. Das Innere war ganz trocken. Dieser Stein war lange Zeit im Wasser gelegen, aber das Wasser war nicht in den Stein eingedrungen. Ebenso ist es mit den Menschen hier in Europa Jahrhundertelang sind sie vom Christentum umflutet, ... aber das Christentum ist nicht in sie eingedrungen und lebt nicht in ihnen. Die Schuld liegt nicht am Christentum, sondern an der Härte der Herzen. Materialismus und Intellektualismus haben die Herzen hart gemacht. So wundere ich mich nicht darüber, dass viele Menschen hier zu Lande nicht verstehen können, was Christus ist."

"Dienst ist das Werk des geistlichen Lebens und die notwendige Äußerung der Liebe ... Das ist der Wert allen Dienstes, dass ein Mensch, der einem andern beisteht, letztlich sich selbst dient. In Tibet sah einer, der selbst todmüde in bitterer Kälte durch den Schnee stampfte und in größter Gefahr war zu erliegen und zu erfrieren, wie ein anderer schon sterbend im Schnee lag. Er nahm ihn mit großer Anstrengung auf seine Schultern; dadurch wurde er selbst hellwach. Durch die Berührung von beiden Körpern wurde das Blut warm, und beide waren gerettet. Du rettest dich selbst, wenn du einen andern rettest. Das ist Dienst."

"Niemand kann das Christentum verstehen, wenn er bloß über dasselbe liest. Ein Verständnis dafür gewinnt nur der, der im Gebet mit Christus lebt. Um die tiefen Gedanken Gottes zu verstehen, müssen wir einen Teil unserer Zeit in Ruhe mit ihm verbringen."

"Das Gebet ist der Atem unseres spirituellen Lebens. Viele Christen haben aber eine falsche Vorstellung vom Gebet. Sie meinen, beten heisse sich von Gott etwas erbitten. Se sind Bettler und nicht Betende. Gebet aber heißt, den Hauch des Heiligen Geistes einatmen. Wenn wir beten, o leben wir in Gott."

"Religion ist nicht eine Sache des Kopfes, sonderndes Herzens."

"Schon manchmal ist durch Erschütterungen und Erdbeben eine frische Wasserquelle in dürrem Land entsprungen, das Land erfrischt und unfruchtbares, verschlossenes Land bewässert worden. Durch Erschütterungen und Leiden werden Ströme lebendigen Wassers in einem Menschengeöffnet, und anstatt über sein Leiden zu klagen, muß er loben und danken."

"Eines Tages fand ich eine Blume und fing an, über ihren Wohlgeruch und ihre Schönheit nachzudenken. Indem ich mich vertiefte, sah ich, obwohl meinem Blick verborgen, den Schöpfer hinter seiner Schöpfung. Das erfüllte mich mit Freude. Aber meine Freude ward noch größer, als ich ihn in meiner eigenen Seele wirkend fand."

Mit besten Wünschen und Grüssen

Ihre Traudy Rinderer

Anno domini 2009 am 26. Februar