Mystik

Gelobt sei Jesus Christus!

Es würde mich sehr interessieren, was Sie über Mystik wissen. Wissen werden Sie gewiss einiges, aber schätzen?

In der Tat, echte Mystiker und Propheten waren zu allen Zeiten gefährlich für erstarrte und von der Wahrheit abgekommene Glaubensgemeinschaften. So hatten im Mittelalter wirklich Begnadete in Klöstern, die ihr "inneres" Wort niederschrieben, dasselbe erst ihrem Beichtvater zu zeigen. Auf diese Weise wurde göttliches Diktat zensuriert - denn an die Öffentlichkeit durfte nur, was der Katholischen Kirche entsprach. Schaffte es ein Erleuchteter seine Kundgaben bzw. Erkenntnisse, die der Kirche unangenehm waren, dennoch an andere weiterzugeben, wurde er "zur höheren Ehre Gottes" umgebracht. Und bis in die heutige Zeit liest ein kirchentreuer Katholik nur approbierte religiöse Schriften - also nur Bücher mit dem Vermerk "mit kirchlicher Druckerlaubnis".

Nur auf diese Weise war und ist es möglich, dass genau jene Menschen, die die Wahrheit überbringen wollten, verachtet, verleumdet und totgeschwiegen wurden und werden. Nur, Gott läßt sich nicht zensurieren und wenn Er die Zeit für reif hält, auch nicht mehr totschweigen.

Wer einmal den Reichtum mystischer Schriften mit dem Herzensverstand aufgenommen hat, kann mit einer Religion, die hauptsächlich falsche Dogmen und nicht mehr zeitgemäße Zeremonien anbietet, kaum mehr etwas anfangen. Doch diese Entwicklung muss jeder Mensch selbst machen. Man muss allerdings wollen und akzeptieren, dass die Wahrheit in reinerer Form vorhanden ist und sie sich erarbeiten.

Interessant, was Karl Rahner zu diesem Thema meinte: "Der Fromme von morgen wird ein Mystiker sein, einer, der etwas erfahren hat, oder er wird nicht mehr sein, weil die Frömmigkeit von morgen nicht mehr durch die im voraus zu einer personalen Erfahrung und Entscheidung einstimmige, selbstverständliche öffentliche Überzeugung und religiöse Sitte aller mitgetragen wird. Die bisher übliche religiöse Erziehung also nur noch eine sekundäre Dressur für das religiös Institutionelle sein kann."

Das Ziel mystischer Gotteserfahrung ist die "unio mystica", die unmittelbare Vereinigung des Glaubenden mit Gott. Im Klartext: Jeder Mensch hat außer Körper und Seele auch einen göttlichen Funken. Auch dies wurde lange geleugnet. Und dieser göttliche Funken hat unbewußt ständig Heimweh nach Gott, also der Vereinigung mit ihm. Daher sind wir Menschen auch meist unzufrieden, selbst wenn wir alle Ursache hätten zufrieden zu sein. Mit der persönlichen Gotteserfahrung der Menschen läßt sich allerdings bei Glaubensgemeinschaften nichts verdienen, daher die Unterschlagung wichtiger Wahrheiten und Bekämpfung jener, die sie bringen.

Schon Augustinus meinte:

"So kehre denn ein in dein Inneres! Geh' nicht nach außen! Kehre ein in dich selbst! Im inneren Menschen wohnet die Wahrheit. In der Einsamkeit entspringen die Quellen des Geistes, göttliche Wasser sprudeln im Herzen des Menschen, dem Gottes Wort vertraut ist."

"Das Gebet ist ein Rufen des Herzens, nicht etwa der Stimme oder der Lippen. Im Innern ertönt es, Gott hört es. Fern sei vom Beten das Plappern!"

"Verlangen wir darum nie etwas Bestimmtes, vielmehr das, wovon Gott weiß, dass es uns gut ist. Unser Gutsein ist in uns, doch nicht von uns, es ist aus Gott."

"Gott mischt unter irdisches Glück Bitternisse, damit man ein anderes Glück sucht, dessen Süßigkeit nicht trügerisch ist."

"Dir Seele, genügt nichts anderes als jener, der dich erschaffen hat. Was immer auch du anderes ergreifst, es wird elend, weil dir nur der genügen kann, der dich nach seinem Gleichnis erschaffen hat."

Ein Zitat von Theresa von Avila lautet:

"Das Gebet ist ein Gespräch mit einem Freund, mit dem wir oft und gern allein zusammenkommen, um mit ihm zu reden, weil wir sicher sind, dass er uns liebt."

Und Franz von Assisi brachte es auf den Punkt:

"Nichts anderes denn laßt uns begehren, nichts anderes wollen, an nichts anderem Gefallen und Freude haben als an Ihm, unserem Schöpfer, Erlöser und Heiland, dem einen wahren Gott, der ist die Fülle, der Umfang und Inhalt des Guten, das wahre und höchste Gut."

Demnach hat auch Franz von Assisi erkannt, dass Gott nicht in drei Personen ist, sondern wie Jakob Lorber und andere Mystiker bestätigen, dass in JESUS der einzige Gott ist - was auch im Neuen Testament bestätigt und im Alten Testament vorhergesagt ist, wenn man die Schrift richtig zu deuten versteht.

Meister Eckhart von Hochheim, der einen Bannfluch auf sich zog, der noch nicht zurückgenommen wurde und der auch nur der Inquisition entging, da er vorher starb, meinte:

"Indem der Mensch sich der äußersten Abgeschiedenheit hingibt, gelangt er zu dem letzten heimlichen Seelengrund. Dieser stille, schweigende Grund, von Natur aus göttlich, ist das 'Fünklein', der innerste Gotteskeim, der nimmer erlischt."

 Nach meiner Meinung war auch Paulus ein Mystiker oder Prophet der Neuzeit. Er hat Jesus nicht wie die anderen Apostel persönlich gekannt. Erst nach dem Damaskus-Erlebnis wurde er zum Erleuchteten. Besonders schön finde ich seine Worte aus 1. Thes.5 : 16-21

"Freut euch zu jeder Zeit! Betet ohne Unterlaß! Dankt für alles; denn das will Gott von euch, die ihr Christus Jesus gehört! Löscht den Geist nicht aus! Verachtet prophetische Reden nicht! Prüft alles und behaltet das Gute!"

Und was meinte Jesus zu diesem Thema? Ich schreibe es für Sie und alle Leser(innen) dieser Briefe ab:

"Es verrann kein Jahrhundert, in dem Ich nicht allenthalben, wo meine Lehre nur einigermaßen bekennet wird, Männer erwählt und geweckt hätte, damit diese den Sachverhalt und die nötige Erklärung der Evangelien genügend den Menschen dartäten. Die Erwählten haben das wohl allzeit getan und haben auch historisch an den Urkunden das ergänzt, was teils durch Fahrlässigkeit der Menschen, teils durch den starren Sinn und nicht selten bösen Willen der verschiedenen sektischen Aufsehr und Priester des Evangeliums, resp. Meiner Lehre, verlorengegangen ist: aber nur sehr wenige nahmen das an. Die sich mit der Zeit systematisch ausgebildet habenden Kirchen verwarfen es ganz natürlich und erklärten es als 'Ketzerei' und 'Teufelsspuk', weil es nicht für ihren gewinn- und herrschsüchtigen Kram taugte! In dem Orte aber, wo der erwählte und erweckte Prophet lebte und bekannt war, galt er auch sicher am wenigsten."

"Wer einen falschen von einem wahren, von Mir berufenen Propheten und Lehrer mit leichter Mühe erkennen will, der schaue auf die Werke der Selbstsucht, Gewinn- und Machtgier eines falschen Propheten!"

"Die zeitweise von Gott geduldete Verderbnis der Priesterschaft und ihre stark verfälschte Gotteswortverkündigung nötigt die Menschen zum selbständigen Suchen der göttlichen Wahrheit, und dies ist der Grund solcher Zulassung."

"Ihr wisset es, dass es nun ebenso wie zu allen Zeiten Propheten gibt, und es wird deren also auch allzeit geben bis ans Ende der Welt bei allen Völkern der Erde, welches Glaubens sie auch sein mögen. Denn durch die Propheten allein wird, wenn auch schon alle Stricke zwischen Himmel und Erde zerrissen sind, noch ein geheimes Band fest erhalten, das keine finstere Macht zu zerstören vermag."

Wichtig zu wissen, oder? Die Zitate stammen vom nach meiner Meinung bedeutendsten Propheten der Neuzeit, Jakob Lorber. Aus welchen Büchern ich diese Zitate abgeschrieben habe, steht leider nicht bei meinen Notizen. Sollte ich die Stellen wieder finden, werde ich es ergänzen.  Besonders interessant finde ich die Aussage "bei allen Völkern der Erde, welchen Glaubens sie auch sein mögen". Etwas belesen habe ich schon länger festgestellt, dass es von Weisen bei Indianern, Indern, Chinesen und anderen Ländern Übereinstimmungen mit sogenannten christlichen Texten gibt.

In meiner Kindheit wurde ich noch gelehrt, dass man nur in der Katholischen Kirche selig werden kann. Wie befreiend ist es doch von Jesus selbst zu lesen:

"Wer recht leben will, der kann es in jeder Kirche; denn eine Hauptregel ist: Prüfet alles und das Gute davon behaltet!"

Zum Schluss ein kleiner Trost, ebenfalls von Jesus durch Lorber:

"Nicht alles ist schlecht an der Römerin. Nur das ist ein Greuel, wenn sie des irdischen Mammons wegen Mittel ergreift, die höllischer Natur sind wie falsche Wunder und Heilmittel, Ablässe, Reliquien, Bilderdienst, blinde Zeremonien; auch mißbillige Ich: falsche Gnadenwallfahrtsorte, Kirchenschätze, hohe Ämter und Ehrenstellen, ihre Herrschsucht und hartnäckigste Alleinrechthaberei!"

Mit besten Wünschen

Ihre Traudy Rinderer

Anno domini 2009 am 17. Jänner