Gelobt sei Jesus Christus!

Im Vaterunser-Gebet, beten wir: "Vater unser, der du bist im Himmel" und wissen so wenig darüber, wo denn der Vater sich aufhält. Wiederhole nochmals, der Vater ist eigentlich Jesus - er hat es lt. Neuem Testament nur verhüllt angedeutet bis auf die Stellen "Wer Mich sieht, sieht den Vater" bzw. "Der Vater und Ich sind eins!"

Der erste Märtyrer Stephanus erblickte bei seiner Steinigung den Himmel offen und sah Jesus als Gott im Licht.

Von den Himmels-Schauungen des Mystikers Swedenborgs könnte ich Ihnen ganze Bücher abschreiben, doch ich weiß nicht womit beginnen. Außerdem ist er etwas schwer zu lesen. Interessant ist, dass auch Sadhu Sundar Singh,  aus Indien, der als Sikh aufwuchs und nach einem Bekehrungserlebnis wie seinerzeit bei Paulus ein glühender Christ wurde. Seine Worte sind so schön, dass sogar Johannes Paul I. (kein Tippfehler - es war der 'lächelnde Papst" eines oder vielleicht mehrere von ihm zitiert hat. Sundar Singh entstammte einer vornehmen und sehr begüterten Sikhfamilie. Er wurde 1889 geboren und war bis zum 16. Lebensjahr ein gläubiger Sikh mit dem Feindbild Christen, die er verfolgte und deren Schriften er verbrannte. Als er mit Gott im Gebet um Frieden rang, gewahrte er ein großes Licht und glaubte zunächst an eine Erscheinung von Buddha oder Krishna. Da aber vernahm er zu seiner großen Überraschung auf Hindustani die Worte "Warum verfolgst du mich? Gedenke, dass ich für dich mein Leben am Kreuz dahingab." Er war unfähig zu verstehen und konte kein Wort sagen. Da entdeckte er die Wundmale jenes Jesus von Nazareth, welchen er für einen großen Mann  gehalten, der vor langer Zeit in Palästina gelebt und gestorben, jenes Jesus, den er vor wenigen Tagen noch glühend gehaßt hatte. Und dieser Jesus zeigte in seinem Angesicht keinerlei Spur von Zorn darüber, dass er seine heiligen Schriften verbrannt hate, sondern nur Milde und Liebe. Er sank ihm anbetend zu Füßen und im Nu wurde sein Inerstes umgewandelt. Er fühlte wie Christus ihn gleich einem göttlichen Strom ganz und gar durchdrang. Friede und Freude erfülten seine Sele und trugen den Himmel in sein Herz hinein. Dieses beseligende Gefühl des inneren Friedens hat Sundar Singh nie mehr verlassen - auch in schwerer Zeit der Verfolgung durch seine Familie, die ihn ohne Geld und Essen aus dem Haus warf und sogar nach seinem Leben trachtete, nicht. Er spürte in sich den Himmel und konnte denselben auch in Visionen schauen.

Dem Buch von Friedrich Heiler SADHU SUNDAR SINGH Ein Apostel des Ostens und Westens (Turm Verlag Bietigheim) entnehme ich den folgenden Text:

"Sundar Singh gehört zu den wenigen Begnadeten, die schon im Fleisch in der jenseitigen Welt weilen durften, in jener Welt, nach der andere Menschen nur in dunkler Ahnung und sehnsüchtiger Hoffnung Ausschau halten. Aber er spricht von diesen ekstatischen Offenbarungen so gut wie nie in der breiten Öffentlichkeit; er redet gewöhnlich nicht vom <Himmel> im Jenseits, sondern nur vom <Himmel auf Erden>, vom Frieden in Christo. Denn allein der, welcher schon hier auf dieser Erde in der Himmelswelt heimisch geworden ist, vermag auf ewig in der Gemeinschaft Christi, seiner Engel und Heiligen zu verweilen.

Entsprechend der alten vedischen Vorstelung unterscheidet Sundar Singh drei Himmel. Der erste Himmel, <der Himmel auf Erden>, ist für ihn die Gegenwart Christi mit all ihrem Frieden und Glück, welche der Fromme im innigen Gebet erfährt. Der zweite Himmel ist für den Sadhu identisch mit dem Paradies, das der am Kreuz sterbende Heiland dem reuigen Schächer verheißen hat. Die meisten Menschen kommen nach ihrem Tode mit ihrem <Geistleib> an diese Stätte und müssen dort einige Zeit weilen, die einen nur wenige Tage, die anderen mehrere Monate. ...

In diesem Zwischenzustande reifen die Selen der abgeschiedenen Fromen in heiliger Sehnsucht zur vollendeten Christuschau und zur Gemeinschaft mit alen Auserwählten und Engeln heran. ...

Im Mittelpunkt des Himmels thront Christus, der Heiland. Sein Antlitz leuchtet wie die Sonne, doch ohne den Blick zu blenden. Eine unbeschreibliche Milde und Güte redet aus seinen Augen, ein süßes Lächeln liegt über seinem Munde. Rings um den Thron, bis in unendliche Himmelsfernen, stehen verklärte Wesen, Engel und Heilige. Sie alle sind in lichtgewobene, farbenprächtige Gewänder gekleidet, deren Herrlichkeit ale irdische Schönheit weit übertrifft. Ihr Angesicht trägt die Züge des Heilandes, dem sie gleichen wie jüngere Brüder. So wie auf Erden die Sone sich widerspiegelt im Wasser, so spiegelt sich Christi Antlitz im Antlitz der Vollendeten. Zwischen Christus und den verklärten Geistern strömen geheimnisvole Lichtwelen hin und zurück, wundersamen Frieden und tiefe Erquickung verbreitend - es sind die Gnadenwelen des heiligen Geistes.

Wundersame Ströme und Berge, Blumen und Bäume ergötzen das Auge der Seligen, so wundersam, das ihnen gegenüber die Ströme und Berge, Blumen und Bäume dieser Erde wie dunkle Schatten erscheinen. Alles ist durchsichtig, so dass das geistige Auge der Seligen bis in die unendlichen Fernen zu schauen vermag. Herrliche Musik ertönt in den weiten Himmelsräumen, ohne dass jemand auf Instrumenten spielt. ... Ohne menschliche Worte, in einer geistigen Sprache, die allen verständlich ist,halten die Seligen mit Christus und miteinander Zwiesprache und ergründen spielend die tiefsten Fragen und Rätsel des Geistes. Da ist keine Ermüdung, kein Schmerz, kein Kummer, nur Freude und Seligkeit, Liebe und Wonne in alle Ewigkeit. ... Da ist auch kein Ermatten und  Stillstehen, sondern steter Fortschrit, unendliche Entwicklung, unablässige Annäherung an Gottes Vollkommenheit."

Zitate von Sundar Singh:

"Im Menschen sind Keime unzähliger Eigenschaften, welche sich in dieser Welt nicht entwickeln können, weil die Hilfsmitel hier nicht für ihr Wachstum und ihre Entwicklung zur Vollkomenheit hinreichen. In der neuen Welt werden sie die nötige Umgebung finden zur Erlangung der Vollkommenheit."

"Dort in der Gegenwart und Gemeinschaft unseres himmlischen Vaters werden uns ständig unendliche Mittel für einen unendlichen Fortschrit dargeboten werden, bis wir vollkommen werden, wie er vollkommen ist."

Mit himmlischen Vater meint Sundar Singh natürlich Jesus und nun ist auch die Bibelstelle "Seid vollkommen wie der himmlische Vater" klar. Doch weiter aus dem Buch von Friedrich Heiler:

"Doch trotz dieses fortschreitenden Vervollkomnungsprozesses ist im höchsten Himmel alle Sehnsucht gestillt, alles Wünschen erfüllt. Alle Geister fühlen sich hier wie im Vaterhause und erfahren beseligt: Hier ist unsere ewige Heimat. Aber die Seligkeit der Menschen, die hier auf Erden gelitten und gestritten, wird die Seligkeit der Engel übertrefen, die immer in diesem Vaterhause geweilt haben und 'kein Leiden und kein Kämpfen kennen'.

wird fortgesetzt