Gelobt sei Jesus Christus!

Franz Deml hat mit anderen Theologen ein zweibändiges Werk verfaßt "DAS EWIGE EVANGELIUM des Geistzeitalters - Theologie der Zukunft auf prophetischer Grundlage (Turm Verlag Bietigheim)

Darin ist zu lesen:

Unter nichts hat das Christentum in seiner langen Geschichte mehr zu leiden gehabt als unter den Streitigkeiten der verschiedenen Konfessionen über das Abendmahl. Es ging dabei hauptsächlich um die Frage, ob Brot und Wein nur als symbolische Zeichen aufzufassen seien, oder ob an ihnen sich eine Verwandlung vollziehe zum wirklichen Fleisch und Blut des Herrn. Diese sog. Transsubstation ist in der römisch-katholischen Kirche seit dem frühen Mittelalter vorherrschende Lehre. Sie wurde schließlich dogmatisch verankert. ...

Die Frage nach dem Verwandlungscharakter von Brot und Wein konnte in den urchristlichen Mahlgemeinschaften noch gar nicht aufkommen. Zu sehr war die allgemeine Aufmerksamkeit auf Erscheinung und Gegenwart des Herrn gerichtet. Die späteren Jahrhunderte der Kirchengeschichte erzeugten mit ihrer komplizierten Abendmahlslehre nur Spaltungen. Martin Luther betrachtete die Lehre von der Transubstantiation als eine 'Erfindung' des Thomas von Aquin. Eine Permanenz der Gegenwart Christi unter den Gestalten von Brot und Wein, wie sie die römische Kirche lehrte, lehnte er schon deshalb ab, weil die Transsubstantiation im Augenblick der Konsekration ( d. h. der Einsetzungsworte) grundsätzlich verwarf. Ein Blick auf die Ostkirche wird uns belehren, dass dort wieder andere Vorstellungen herrschen. Hier ist 'die Wandlung der Elemente die unmittelbare dynamische Ausstrahlung der persönlichen Gegenwart Christi und vollzieht sich wie selbstverständlich unter ihrem Einfluß. Daher kennt auch die orthodoxe Kirche keine Aufbewahrung und Ausstellung der konsekrierten Hostie nach und außerhalb der eucharistischen Liturgie.'

Also keine Anbetung vor Monstranzen und Fronleichnamsumzügen!

"Des 'Herren Mahl', wie es Paulus nennt, wollte zweierlei versinnbildlichen: den nahe bevorstehenden Opfertod Jesu und das ständige Vereintbleiben mit seinen Jüngern dem Geiste nach. So wie das unter die Jünger verteilte Brot zunächst nur eine einzige Scheibe war, die dann in viele Teile gebrochen wurde, so sollten die Teilnehmer eine Einheit bilden unter sich und mit Christus. ...."

Doch lassen wir Jesus selbst zu diesem Thema zu Wort kommen:

"Um eure falsche Lehre von der Verwandlung des Brotes und des Weines in die Person Christi aufrecht zu halten, versteift ihr euch zunächst auf die von Christus angeblich gebrauchten Worte: 'Das ist mein Leib - das ist mein Blut'. Ihr betont, dass es heißt 'ist' und nicht 'bedeutet'. Aber woher wißt ihr, dass Christus in seiner Sprache ein Wort gebraucht hat, das eurem 'ist' entspricht? Ihr kennt ja die von Christus in der aramäischen Sprache gebrauchten Worte gar nicht und besitzet auch den ursprünglichen griechischen Text des Neuen Testamentes nicht mehr.
In Wirklichkeit hat Christus beim Abendmahl keine Worte gebraucht, die etwas anderes bedeuten als den Hinweis auf Brot und Wein als Sinnbilder seines am folgenden Tage eintretenden Todes als Erlösungstat für die Rettung der Welt.

Doch wir wollen einmal annehmen, er habe tatsächlich gesagt: 'Das ist mein Leib - das ist mein Blut!' so weiß doch wohl jeder Bibelkenner, dass Christus nur in Sinnbildern gesprochen hat, wie er selbst mit den Worten bestätigt: 'Dies habe ich euch in sinnbildlichen Reden verkündet. Aber es kommt die Zeit, wo ich nicht mehr in Bildern zu euch reden werde' (Joh. 16,25). Und wann sprach er diese Worte? Wie du dich überzeugen kannst, gerade beim letzten Abendmahl, wenige Stunden vor seinem Tode. Als Mensch redete er alles in Sinnbildern. 'Dies alles redete Jesus in Sinnbildern zum Volk und ohne Sinnbilder redete er nicht' (Matth. 13,34).

Auch am Abend des Abschiedes von seinen Jüngern redete er nicht bloß von Brot und Wein als Sinnbildern seines Todes, sondern in einem anderen Sinnbilde zeigt er das Lebensverhältnis zwischen ihm und seinen Jüngern: 'Ich bin der Weinstock und ihr seid die Reben' (Joh. 15,5)

Wenn ihr nun Brot und Wein nicht als Sinnbilder gelten lassen wollt, dann dürft ihr auch nicht die Worte vom Weinstock und den Reben sinnbildlich nehmen, sondern müßt sagen: 'Dadurch dass Christus die Worte sprach: Ich bin der Weinstock und ihr sei die Reben - wurde Christus in einen Weinstock und seine Jünger in 'Reben verwandelt.' Denn in beiden Fällen ist es dieselbe Ausdrucksweise, und die eine Verwandlung ist nicht schwieriger als die andere; nämlich beide sind doch unmöglich."

Nun noch der Schlußsatz zum Abdmahls-Beitrag im erwähnten Buch:

Theoretisch ausgetüftelte Veränderungstendenzen an der Materialität von Brot und Wein haben gelegentlich Auswüchse gezeigt, die scharf zu verurteilen sind. Dazu gehört die sog. Impanations-theorie. In einer Umkehrung der üblichen Transsubstantiationslehre wird Christus in ihr leibhaft zu Brot und Wein. Solche Verirrungen führen schließlich zu der Vorstellung, dass Christus zum 'Gefangenen des Tabernakels' wird. ... Zu denken, dass man auf ihn beißen könne, wenn man die Hostie zerkaut, ist Primitivismus."

Siehe mein Brief an Sie "Priester anno dazumal".

Auf dieses Thema werde ich gewiss wieder zurück kommen. Wie wurden doch die Menschen belogen und jene, die an der Wandlung zweifelten, umgebracht.

Mit besten Wünschen und Grüssen

Ihre Traudy Rinderer

Anno Domini 2009 am 22. Jänner