Gelobt sei Jesus Christus!

 Wenn das wichtigste Gebot die Gottesliebe gebietet, dann sollten die Menschen auch eine richtige Gotteserkenntnis haben - und die haben leider die wenigsten. Leider auch die Katholische Kirche und ihre Abspaltungen nicht. Nun kann eine Hausfrau ohne akademische Bildung und theologischem Studium diese Frage selbstredend auch nicht lösen - das ist klar. Aber Gott sei Dank, hat Er selbst wieder gesprochen und somit von höchster Seite Aufklärung gegeben. Freilich muss man die Demut haben, dieses neue Wort auch zu akzeptieren. Im Großen Evanglium Johannes durch Jakob Lorber ist durchgehend immer wieder davon zu lesen, dass sich Jesus als Vater zu erkennen gab bzw. von Menschen, die mit ihm zu tun hatten, richtig erkannt wurde. Schon die Frau am Jakobsbrunnen erkannte in Jesus Jehova selbst, obwohl sie anfangs meinte, dieser Mann wollte mit ihr Sex. Das "lebendige Wasser", das er ihr geben wollte, hat sie irritiert. Obwohl ich einen Berg Bügelwäsche zu erledigen hätte, will ich Ihnen nun beide Texte abschreiben, damit in diese äußerst wichtige Thematik Klarheit kommt:

Neues Testament Johannes 4,6-26

"So kam er zu einem Ort in Samarien, der Sachar hieß und nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte. Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von der Reise und setzte sich daher an den Brunnen; es war um die sechste Stunde. Da kam eine samaritische Frau, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken! Seine Jünger waren nämlich in den Ort gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen. Die samaritische Frau sagte zu ihm: Wie kanst du als Jude mich, eine Samariterin, um Wasser bitten? Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern. Jesus antwortete ihr: Wenn du wüßtest, worin die Gabe Gottest besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. Sie sagte zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser? Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und seine Herden? Jesus antwortete ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt."

Anmerkung: Auch hier sprach Jesus verhüllt von seiner Lehre wie beim Letzten Abendmahl, wo er auch eigentlich meinte, dass sein Leib seine Lehre bedeutet.

"Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierher kommen muß, um Wasser zu schöpfen. Er sagte zu ihr: Geh, ruf deinen Mann und komm wieder her! Die Frau antwortete: Ich habe keinen Mann. Jesus sagte zu ihr: Du hast richtig gesagt: Ich habe keinen Mann. Denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Damit hast du die Wahrheit gesagt. Die Frau sagte zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet; ihr aber sagt in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss. Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden. Aber die Stunde kommt, und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. Gott ist Geist, und alle die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten. Die Frau sagte zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, das ist: der Gesalbte (Christus). Wenn er kommt, wird er uns alles verkünden. Da sagte Jesus zu ihr: Ich bin es, ich, der mit dir spricht."

Und nun der ausführlichere Text aus dem Großen Evangelium Johannes:

 Band I, Kapitel 4 8-

"Es war sogar nicht ratsam, geraden Weges sich nach Galiläa zu begeben, sondern durch Samaria, das sich auch schon lange von den Pfaffen des Tempels mit Hilfe der Römer losgemacht hatte (eine leichte und wünschenswerte Arbeit für die Römer, deren Grundsatz es ohnehin war, alle Lande zu zerspalten, um sie dann leichter beherrschen zu können), den Weg nach Galiläa einzuschlagen.

Die Samariter waren darum auch das verachtetste und allergotteslästerlichste Volk der Erde in den Augen der Pfaffen Jerusalems; dagegen die Pfaffen Jerusalems aber auch bei den Samaritern in einem solchen Ansehen standen, dass sie mit dem Namen eines Tempelpfaffen gewöhnlich das Allerschlechteste zu bezeichnen pflegten. Wenn zum Beispiel ein Samariter zu jemandem in irgend einer Aufregung, zu der er keinen hinreichenden Grund hatte, sagte: 'Du Pharisäer!', so ging der also Bescholtene vor Gericht, verklagte den Beleidiger, und dieser mußte dann seine Unbesonnenheit oft mit einer starken Geldbuße und einem jahrelangen Gefängnisse büßen. Dass es natürlich keinem Pharisäer oder sonstigen Pfaffen geraten war, nach Samaria den Fuß zu setzen, versteht sich von selbst. Mir und allen denen, die Mir folgten, kam diese Sache gut zu statten, denn in Samaria waren wir von der bösen Verfolgung der Tempeljuden sicher.

Der Weg führte durch Sichar, eine Stadt nahe dem uralten Dörfchen, das Jakob seinem Sohne Joseph gab als ein Wiegengeschenk, samt den Bewohnern dieses Dörfchens, die gemeinhin aus lauter Hirten bestanden, die er mit der Rahel als Mitgift bekam. Es war aber die Stadt Sichar gerade keine Hauptstadt dieses Landes; aber dennoch hielten sich darin sehr viele und sehr wohlbemittelte Samariter auf und so manche reichen Römer, da diese Stadt eine sehr schöne Lage hatte und die Gegend sehr gesund war.

Wir sind in Judäa nach der jetzigen Zeitrechnung schon gegen 4 Uhr morgens aufgebrochen, gingen stark vorwärts ohne Rast und erreichten Punkt 12 Uhr mittags, was damals die sechste Stunde war, den alten Jakobsbrunnen, der gerade vor dem Dörfchen, kaum etliche vierzig Schritte von eben dem Dörfchen entfernt, gegen Sichar hin lag. Dieser Brunnen hatte eine sehr gute Quelle, war mit einem nach alter Art zierlich gemeißelten Steingeländer umfaßt und war nebst dem mit schattigen Bäumen umwachsen.

Der Tag, weil im hohen Sommer, war heiß, und Ich Selbst war dem Leibe nach von der starken Reise schon sehr müde geworden, und alle, die Mir aus Judäa und früher schon aus Galiläa gefolgt waren, suchten teils im Dörfchen, teils unter den schattenreichen Bäumen Unterkunft und vor großer Müde eine höchst erwünschte Rast. Selbst die ersten Jünger, als Petrus, Mein Johannes d. Ev., Andreas und Thomas, Philippus und Nathanael fielen wie nahe halbtot aufs reiche Gras unter den Bäumen nieder; nur Ich allein, obschon auch sehr müde, setzte Mich auf das steinerne Geländer des Brunnens, denn Ich wußte es ja voraus, dass sich an dem Brunnen bald eine gute Gelegenhei darbieten werde, mit den zwar halsstarrigen, aber sonst mehr vorurteilsfreien Samaritern in einen sehr nützlichen Konflikt (Gespräch) zu geraten. Zugleich war Ich auch schon sehr durstig und harrte auf ein Gefäß zum Wasserschöpfen, das ein Jünger im Dörfchen holen ging, aber damit nicht zu einem erwünschten Vorschein kommen wollte."

Was für ein herrliches Hintergrundwissen zur Ergänzung des knappen Textes im Evangelium. Und nun das Gespräch:

"Als Ich noch immer vergeblich auf ein Gefäß aus dem Dörfchen harre, da kommt wie gerufen eine Samariterin aus Sichar mit einem Kruge, sich für den heißen Tag aus dem Jakobsbrunnen, dessen Wasser sehr frisch war, einen köstlichen Labetrunk zu holen. Als sie, auf Mich anfangs gar nicht achtend, ihren Krug voll Wassers aus dem Brunnen an einer Schnur gezogen hatte, da erst redete Ich sie an und sage: 'Weib! Mich dürstet es sehr, gib Mir zu trinken aus deinem Kruge!'

Das Weib macht große Augen, da es an Mir einen Juden erschaut, und sagt nach einer Weile: 'Du bist doch auch einer von denen, die mir zur Stadt hinein begegneten und fragten, wo man darinnen Speise zu kaufen bekäme? Das waren stolze Juden; du bist sicher auch ein Jude, wie dich deine Tracht verrät, und ich bin ein samaritisches Weib! Wie verlangst du von mir, dass ich dir Wasser zu trinken gebe?! Gelt, ihr stolzen Juden, in der Not wäre ein armes samaritisches Weib euch auch gut genug, aber sonst habt ihr keine Augen und Ohren mehr für uns! Ja, so ich es vermöchte, mit diesem Kruge Wassers ganz Judäa zu ersäufen, so gäbe ich dir mit großem Vergnügen aus diesem Kruge das verlangte Wasser zu trinken; sonst aber möchte ich dich lieber sterben sehen vor Durst, als dir darreichen auch nur einen Tropfen Wassers aus diesem Kruge!'

Sagte Ich: 'Weil du blind bist in deiner Erkenntnis, darum redest du also; wärest du offensehender Erkenntnis und erkenntest die Gabe Gottes und Den, der zu dir spricht und gesagt hat: 'Weib, gib Mir zu trinken!', da würdest du niederfallen vor Ihm und Ihn bitten um ein rechtes Wasser, und Er gäbe dir zu trinken lebendiges Wasser! Ich sage es dir, wer Mir aber glaubt, das Ich zu ihm sage, aus dessen Leibe werden Ströme des gleichen lebendigen Wassers fließen, wie solches geschrieben steht im Jesajas 44,3 und im Joel 3,1.'

Spricht das Weib: 'Du scheinst in der Schrift wohl bewandert zu sein! Aber, wie ich es erkenne aus deiner Bitte um einen Trunk Wassers aus meinem Kruge, und wie du ganz sicher kein Gefäß hast, mit dem du dir ein Wasser aus diesem Brunnen schöpfen könntest, und mit der Hand das Wasser nicht erreichen kannst, da der Brunnen tief ist und niemand mit der Hand bis zum Wasser langen kann, so möchte ich wohl deine Kunst wissen, mit der du von irgendwoher es dir verschaffen könntest!? (Oder willst du etwa gar verdeckt mir zu verstehen geben, dass es dich gelüste, eine Sache mit mir zu haben? Jung wohl bin ich noch genug und reizend auch, denn ich zähle noch nicht dreißig Jahre! Solch ein Begehren aber würde von der Seite eines Juden an eine allerverachtetste Samariterin doch ein zu große Wunder sein, indem euch die Tiere lieber sind als wir samaritische Menschen! Wahrlich, zu dem würdest du mich wohl nie bereden!)

Wer und was bist du denn, dass du also mit mir zu reden dir getraust? - Bist du etwa gar mehr als unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben hat, aus dem er, seine Kinder und sein Vieh getrunken haben?! Was machst du aus dir? - Sieh, ich bin ein armes Weib; denn wäre ich reich, so käme ich in dieser Hitze nicht selbst, mir einen Labetrunk zu holen. Möchtest du als Jude mich wohl noch elender machen, als ich es ohnehin schon bin?! Siehe an meine Kleider, die kaum hinreichen, meine Scham zu bedecken, und dir wird es doch klar sein, dass ich sehr arm bin! Wie magst du von mir verlangen, dass ich als ein armes, elendes Weib dich sogar noch bitten solle, um dir, einem stolzen Juden, in der Lust dienen zu dürfen?! Pfui, wenn dahin dein Sinn gerichtet wäre! Aber du siehst mir dennoch nicht danach aus; darum will ich das auch nicht im vollsten Ernste zu dir gesagt haben! Aber da du schon mit mir zu reden begannst, so erkläre dich deutlich, was du mit deinem lebendigen Wasser meinst!'

Sagte Ich: 'Ich sagte dir es ja, dass du in deiner Erkenntnis blind bist, und so ist es denn auch wohl begreiflich, dass du Mich nicht verstehen kannst und magst. Sieh, Ich sagte dir auch: Wer Meinem Worte glaubt, aus dessen Lenden werden Ströme des lebendigen Wassers fließen! Siehe, Ich bin schon dreißig Jahre in dieser Welt und habe noch nie ein Weib berührt; wie sollte Ich nun auf einmal dich begehren wollen?! O du blinde Törin! Und so Ich mit dir eine Sache machen würde, so würdest du doch sicher wieder durstig werden und trinken müssen, um dir zu löschen den Durst; so Ich dir aber ein lebendiges Wasser anbot, so ist es ja klar, dass Ich dir damit den Durst des Lebens für ewig stillen wollte! Denn sieh, Mein Wort, Meine Lehre ist solch ein Wasser!

Denn wer das natürliche Wasser dieses, wie auch eines andern Brunnens trinkt, den dürstet es in kurzer Zeit wieder. Wer aber das geistige Wasser (Meine Lehre) trinkt (gläubig in sein Herz aufnimmt), das nur Ich allein geben kann, den dürstet es ewig nimmer wieder; denn das Wasser, das Ich jemandem gebe, wird in ihm zu einem Wasserbrunnen, dessen Wasser ins ewige Leben hinüberquillt.

Sieh, du hältst Mich für einen stolzen, hochmütigen Juden, und sieh, Ich bin von ganzer Seele sanftmütig und durch und durch voll der tiefsten Demut. Mein lebendig Wasser aber ist eben diese Demut selbst; wer demnach nicht also demütig wird, wie Ich Selbst es bin, wird am Reiche Gottes, das nun zur Erde herabgekommen ist, keinen Teil haben.' ....

Spricht das Weib: 'So gib mir denn ein solches Wasser, auf dass es mich nimmer dürsten solle und ich nicht mehr nötig hätte, hierher zu kommen den beschwerlichen Weg, um mir ein Wasser aus diesem Brunnen zu schöpfen! Denn sieh, ich wohne am andern Ende der Stadt und hae sonach einen recht weiten Weg bis hierher!'

Sage Ich: 'O Weib, du bist überaus dumm, mit dir ist nichts zu reden, da du von geistigen Dingen keine Ahnung hast! - Gehe aber hin in die Stadt und rufe deinen Mann und komme mit ihm wieder hierher; mit ihm will Ich reden, der wird Mich sicher besser verstehen als du! Oder ist dein Mann auch also beschaffen wie du, dass er sich auch stillen möchte mit dem geistigen Wasser der Demut seines Leibes natürlichen Durst?'

Das Weib erwidert darauf ganz schnippisch: 'Ich habe keinen Mann!' - worauf Ich dann mit einer etwas lächelnden Miene zu ihr sage: 'Kurz, gut und richtig, also völlig recht hast du nun geredet.'

Anmerkung: man muss das Große Evangelium Johannes langsam lesen - erstmals fällt mir auf, dass Jesus "mit einer etwas lächelnden Miene" gesprochen hatte.

'Denn sieh, Meine Liebe, fünf Männer hast du bereits gehabt, und da deine Natur ihrer Natur nicht entsprach, so wurden sie bald krank und starben; denn über ein Jahr hielt es keiner aus mit dir. In deinem Leibe ist ein arges Gewürm, und wer mit dir zu tun bekommt, der wird von deinem Gewürm bald getötet. Der Mann aber, den du nun hast, ist nicht dein Mann, sondern nur dein Buhlknecht - zu seinem und deinem Verderben! Ja, ja, also hast du vor Mir nun freilich wohl recht geredet.'

Hier erschrickt das Weib in ihrem Gemüte, will sich jedoch nicht verraten, sagt aber nach einer Weile dennoch: 'Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist! Da du so viel weißt, so weißt du vielleicht auch, was mir hülfe!? Wohl weiß ich's, dass in derlei nur Gott allein helfen kann; aber wie und wo soll ma Ihn darum anbeten? Unsere Väter sagen, auf dem Berge Garizim, allwo schon die ersten Erzväter Gott angebetet haben, müsse man Gott anbeten. Ihr aber saget, zu Jerusalem sei die rechte Stätte, da man Gott anbeten solle! So aber du sichtlich ein Prophet Gottes bist, da sage mir, wo man eigentlich wirksam Gott anbeten soll! Denn sieh, ich bin noch jung, und die Menschen sagen, ich sei ein wunderschönes Weib; es wäre ja doch etwas Entsetzliches, so mich meine Würmer bei lebendigem Leibe auffressen sollten! O ich armes, elendes Weib!'

Sage Ich: 'Weib, Ich kenne wohl deine Armut, deine Not und deinen schlechten Leib; aber Ich kenne auch dein Herz, das geade nicht das beste, aber auch nicht schlecht zu nennen ist, und sieh, das ist der Grund, dass Ich nun mit dir rede. Wo aber das Herz nur einigermaßen gut ist, da ist auch noch jegliche Hilfe möglich! - Aber da bist du ganz irrig daran, so du zweifelst, wo man Gott würdig und wirksam anbeten solle!

Sieh, Ich sage es dir, glaube es Mir: es kommt die Zeit, und sie ist schon da, dass ihr weder auf dem Berge noch zu Jerusalem den Vater anbeten werdet!'

Hier erschrickt das Weib und sagt: 'Weh mir, wehe dem ganzen Volke! Was wird dann aus uns werden?! Also müssen wir so wie die Juden gräßlich gesündigt haben?! Aber warum sandte uns denn Jehova diesmal keinen Propheten, der uns ermahnt hätte?' ...

Sage Ich: 'Du hast Mich noch immer nicht verstanden. Sieh, Gott der Vater von Ewigkeit ist ja weder ein Berg, noch en Tempel, noch die Lade, und ebenalso weder auf dem Berge, noch im Tempel und ebensowenig in der Lade zu Hause! Darum sage Ich dir: Es kommt die Zeit und sie ist nun schon da vor deinen Augen, in der die rechten Anbeter (wie du sie hierunter den Bäumen in großer Anzahl ruhen siehst und dir schon einige in der Stadt begegneten, Speise zu kaufen) Gott den Vater im Geiste und in der Wahrheit anbeten werden; denn also will es von nun an der Vater Selbst, dass Ihn die Menschen also anbeten sollen!

Denn siehe, Gott ist ein Geist, und die Ihn anbeten, müssen Ihn im Geiste und in der Wahrheit anbeten! Und sieh, dazu braucht es weder einen Berg noch irgend einen Tempel, sondern lediglich ein möglichst reines, liebevolles, demütiges Herz! Ist das Herz das, was es sein soll, nämlich ein Gefäß der Liebe zu Gott, ein Gefäß voll Sanftmut und Demut, dann ist volle Wahrheit in solch einem Herzen; wo aber Wahrheit ist, da ist Licht und Freiheit, denn das Licht der Wahrheit macht jegliches Herz frei. Ist aber das Herz frei, so ist auch frei der ganze Mensch.

Wer demnach mit solch einem Herzen Gott liebt, der ist ein rechter Anbeter Gottes des Vaters, und der Vater wird sein Gebet stets erhören und wird nicht sehen auf den Ort, an dem nichts gelegen ist, ob Berg oder Jerusalem, da die Erde überall gleich Gottes ist, sondern allein auf das Herz jegliches Menschen! Ich meine, dass du Mich nun wohl verstanden hast.'

Sagt das Weib: 'Ja, Herr nun hast du klarer geredet! Aber sage mir: Hast du nun keinen Durst mehr und magst nicht trinken aus dem Kruge einer Sünderin?'

Sage Ich: 'Liebes Weib, lass das nur gut sein, denn sieh, du bist mir lieber als dein Krug und dein Wasser! Als ich ehedem von dir zu trinken begehrte, meinte Ich nicht deinen Krug, sondern dein Herz, darin ein viel köstlicheres Wasser ist als in diesem Brunnen und in deinem Kruge. Mit dem Wasser deines Herzens kannst du auch heilen deinen ganzen Leib; denn was an dir Mir wohltut, das wird dich heilen, so du glauben kannst!'

Sagt das Weib: 'O Herr, wie soll ich das anstellen, wie meines Herzens Wasser bringen in meine Scham? Herr, vergib es mir, dass ich so frei rede mit dir; aber ich bin ein elendes Weib, und siehe, das Elend kennt die Scham nicht als Scham, sondern allenthalben sich selbst nur und löst die Zunge nach der Größe der Not. Wäre ich nicht so elend als ich bin, fürwahr, mein Herz würde ich dir bieten! Aber - o Gott, Du heiliger Vater, Der mir helfen möge! - so bin ich elend krank und darf zu meinen vielen Süden keine neuen mehr hinzufügen; denn einem Reinen, wie du einer sein mußt, ein so unreines Herz zu bieten, wäre doch sicher der Sünden größte!'

Sage Ich: 'Mein liebes Weib, nicht dass du mir dein Herz bötest, sondern Ich Selbst habe es genommen, als Ich dich bat ums Wasser! Darum magst du dein Herz Mir immerhin bieten, denn Ich nehme auch die Herzen der Samariter an! Wenn du Mich liebst, so tust du wohl daran; denn Ich habe dich schon lange eher geliebt, als du noch Meiner gedenken mochtest!'

Hier errötet das schöne Weib und sagt etwas verlegen: 'Seit wann kennst du mich denn? Warst denn du schon je in dieser Stadt oder in Samaria? Wahrlich, ich habe dich nie irgendwo mit einem Auge gesehen! O ich bitte dich, wo und wann hast du mich gesehen? Sage es mir doch!'

Sage Ich: 'Weder hier noch in Samaria oder an irgend einem andern Orte, und dennoch kenne Ich dich schon seit deiner Geburt, auch sogar noch von viel früher her, und habe dich allzeit geliebt wie Mein Leben! Wie gefällt dir das, bist du zufrieden mit Meiner Liebe? Sieh, als du in deinem zwölften Jahre zu Samaria in eine Zisterne fielst, da war Ich es, Der dich herauszog; aber du konntest nicht sehen die Hand, die dich aus der Zisterne hob! Erinnerst du dich noch dessen?'

Hier wird das Weib ganz verwirrt und weiß nicht, was sie darauf sagen soll; denn ihr Herz hat nun schon viel Feuers in sich, und ihre Liebe wuchs sichtlich. Nach einer Weile ihrer Herzensarbeit fragte Ich sie, ob sie vom Messias, Der da kommen solle, nicht etwas wisse.'

Dies ist eine ganz bedeutende Stelle - ich meine die letzten Zeilen. Erst wenn sich die Liebe zum Herrn genügend entwickelt hat, wächst die Erkenntnis. 

Spricht das Weib darauf mit noch sehr geröteten Wangen und hoch wallender Brust: 'Herr, du weisester Prophet Gottes, ich weiß es wohl, dass der verheißene Messias komme soll und Christus Sein Name sein wird! Wenn Er aber kommen wird, dawird Er doch nur das uns verkündigen können, was du zu mir nun geredet hast?! Aber wer wird es uns sagen, wann und von woher der Messias kommen wird? Vielleicht weißt du, der du gar so grundweise bist, mir auch über des Messias Ankunft etwas Näheres kundzumachen? Denn sieh, wir warten schon lange, und es ist vom Messias nirgendwo eine Rede zu vernehmen! Du würdest mir daher einen überaus großen Wohlgefallen erweisen, so du mir kundtun möchtest, wann und wo der Messias bestimmt kommen wird, zu erlösen Sein Volk von allen seinen vielen Feinden! O sage es mir, so du es weißt! Vielleicht würde der Messias Sich auch meiner erbarmen und mir helfen, so ich Ihn darum anflehen würde?!'

Sage Ich zum Weibe ganz kurz, aber sehr liebeernst: 'Ich bin es, Der nun mit dir redet!'

Bei dieser Erklärung erschrak das Weib sehr, und zwar darum um so mehr, da gerade in diesem Moment die speisebringenden Jünger aus der Stadt zurückkamen und ganz verwundert große Augen machten, als sie Mich mit diesem Weibe redend trafen, sich aber dennoch nicht getrauten, weder Mich noch das Weib zu fragen, was wir gemacht oder miteinander geredet hätten. Die anderen Mitreisenden aber schliefen samt Meiner Mutter, die hier auch noch zugegen war, derart fest, dass sie kaum zu erwecken waren; denn der weite Marsch hatte sie alle sehr müde gemacht. Es kam endlich auch der eine Jünger aus dem Dörflein zurück, der ein Gefäß zum Wasserschöpfen suchen gegegangen war, aber keines gefunden hatte. Er entschuldigte sich und sagte: 'Herr, das Dörfchen zählt doch bei etliche zwanzig Häuser, und sieh, es ist Dir aber auch nicht ein Mensch daheim, und alle Türen sind fest verschlossen!'

Worauf Ich ihm erwidere: 'Mache dir nichts daraus! Denn sieh, das wird uns naturmäßig, und ganz besonders geistig, noch sehr oft und vielfach begegnen, dass wir vom Durste unserer Liebe getrieben an die Türen (Herzen) der Menschen pochen werden, zu suchen ein Gefäß zum Schöpfen des lebendigen Wassers; aber wir werden di Herzen verschlossen und leer finden! Verstehst du dies Bild?'

Spricht der Jünger ganz gerührt und betroffen: 'Herr, Du lieber Meister, leider habe ich Dich wohl verstanden! Aber wenn so, da werden wir keine großen Geschäfte machen!'

Sage Ich: 'Und doch, Mein Bruder! Sieh dies Weib an! - Ich sage dir: einen Verlorenen zu finden, ist mehr wert denn neunundneunzig Gerechte, die nach ihrem Gewissen der Buße nicht bedürfen, weil sie an jedem Sabbat auf Garizim Gott zu dienen wähnen, hier aber sogar am Vorsabbat alle Schöpfgefäße wegnehmen, auf dass sich am Sabbat ja niemand einen Trunk Wassers aus dem Brunnen schöpfe und lösche seinen Durst, wodurch nach der Meinung der Gerechten der Sabbat entheiligt würde. O der großen, blindesten Torheit solcher Gerechten! Hier aber steht eine Sünderin mit einem guten Kruge und dienet uns! Saget, was ist besser: diese oder die neunundneunzig Sabbatheiliger auf Garizim?!'

Das Weib aber sagt ganz zerknirscht: 'Herr! Du Sohn des Ewigen! Hier ist mein Krug, bedienet euch desselben; zu eurem Dienste lasse ich ihn hier stehen! Mich aber lasset schnell in die Stadt eilen, denn in einem eurer zu unwürdigen Kleide stehe ich vor euch!'

Sage Ich: 'Weib, sei gesund und tue, wie es dir gut dünkt!'

Damit der Brief nicht allzu lange wird, überspringe ich nun zehn Seiten. Das Weib fühlte sich plötzlich gesund und auf ihrem Weg zu ihrem Haus traf sie Männer, denen sie erzählte, was ihr begegnet war. Diese eilten nun auch zum Jakobsbrunnen und das Weib kam mit dem Arzt, mit dem sie lebte ebenfalls zurück. Zu diesem sagten Samariter:

'Wir haben es wohl vernommen, dass draußen am Brnnen eine Judenkarawane Lager gemacht hat, und dass ein Jude, wahrscheinlich der Anführer dieser Karawane, vorgäbe, er sei Christus. Du bist ein Arzt doch und begreifst nicht, dass uns die Juden einen Streich zu spielen in dieser Weise ausgesonnen haben und nun diesen Streich an uns vermeintlichen Trotteln soeben ausführen wollen?! Das wäre uns ein sauberer Messias! Meinest du, dass wir ihn nicht kennen?! Sind wir nicht auch aus Galiläa und sind nun eure Glaubensgenossen, strenge nach Mosis Satzungen?! Da wir aber aus Galiläa sind, so kennen wir diesen Nazaräer, der eines Zimmermanns Sohn ist. Dieser, da ihm das Arbeiten nicht mehr schmeckt, läßt sich nun als ein schnödes Werkzeug der Pharisäer gebrauchen, macht einige erlernte Zauberkünste und gibt sich auf deren Unkosten für den Messias aus! Und Esel und Ochsen deiner Art sitzen ihm auf und glauben seinen verlockenden Worten! Aufgreifen sollte man sie alle, dann mit Ruten tüchtig durchstäupen und sie also über die Grenze schmeißen wie Kot und Unflat!'

Sagte der Arzt: 'O ihr Blinden! In meinem Wohnhause harren Engel Gottes Seiner und brachten Speise, Trank und Lager aus den Himmeln für Ihn, und ihr führet eine solche Rede! Der Herr züchtige euch darum!'

Als der Arzt solches ausspricht, werden zehn augenblicklich stumm, und keiner kann mehr ein Wort reden, und sie bleiben stumm durch die zwei Tage Meines Aufenthaltes in Sichar. ....

Mein Jünger Johannes aber fragte Mich und sagte: 'Herr! Wie Du es willst, so möchte ich wohl ales aufzeichnen noch in dieser Nacht, was sich hier zutrug!'

Sage Ich: 'Nicht alles, Mein Bruder, sondern das nur, was Ich dir sagte, dass du es dir notieren sollst! Denn solltest du alles zeichnen, was da geschah und was hier die zwei Tage hindurch noch geschehen wird, so würdest du viele Häute voll anzeichnen müssen; wer aber würde das Viele dann lesen und fassen? So du aber nur die Hauptmomente richtig in rechter Entsprechung, wie sie dir gegeben ist, zeichnest, so werden die rechtschaffenen Weisen in Meinem Namen schon ohnehin alles herausfinden, was hier alles geschah und weshalb, und du ersparst dir eine große, unnötige Mühe. So denn, Mein geliebtester Bruder, mache dir deine Arbeit bequem, und du wirst dennoch der erste Zeichner Meiner Lehren und Taten verbleiben immerdar.' ....

Mittlerweile war im Haus ein Wunder geschehen. Nicht nur war es äußerst vornehm eingerichtet, auch Speisen und köstlicher Wein blinkte aus schönsten Kristallbechern den Gästen entgegen. Das Weib konnte sich vor Staunen nicht fassen und Jesus sagte zu ihr:
'Solches alles habe Ich, so wie alles, auch von Meinem Vater gelernt! Denn die endlos vielen Wohnungen im Hause Meines Vaters sind eben auch voll des höchstbesten Geschmacks und voll der höchsten Zierden, was du aus dem schon recht wohl entnehmen kannst, so du aufmerksam betrachtest die Blumen der Felder, deren einfachste herrlicher geschmückt ist als Salomo in aller seiner Königspracht!

Wenn der Vater aber schon die Blumen, die nur kurz dauern, also zieret und schmückt, um wie viel mehr wird Er erst Sein Wohnhaus, das im Himmel ist, zieren und schmücken?! Was aber der Vater tut, das tue auch Ich; denn Ich und der Vater sind im Grunde des Grundes völlig Eins! Wer Mich annimmt, der nimmt auch den Vater an; denn der Vater ist in Mir, wie Ich im Vater! Wer Mirwas tut, der tut es also auch dem Vater; und du kannst Mir darum nichts geben, das du nicht sobald hundertfältig wieder zurückbekämst! Jetzt weißt du alles Nötige. ....

Nach dem Mahle nähert sich Mir wieder das Weib, getrauet sich aber kaum zu reden; denn sie besprach sich während des Mahles mit der Dienerschaft des Arztes, wie solches alles herbeigeschafft worden sei. Und die Dienerschaft sagte: 'Liebe Frau, das weiß Gott, wie das hergegangen ist! Wir haben dabei das wenigste getan; der Arzt tat gar nichts; denn als er kam, da war schon alles getan. Wir waren vordem, und lange bevor der Arzt kam, mit seinen Sachen beschäftigt, da kam auf einmal ein Jüngling von blendender Schönheit und sagte uns, dass wir dies und jenes tun sollen, da der Herr dessen bedürfe, und wir taten alles sogleich, was uns der seltene Jüngling geboten hatte. Aber siehe, es ging das sonderbar zu! Wie wir etwas tun wollten, da war es schon getan, und wir können dir daher nichts anderes agen als: hier waltete offenbar Gottes Allkraft, und der weiße Jüngling muss ein Engel Gottes gewesen sein! Sonst läßt sich die Sache gar nicht erklären! Der Mensch, der ehedem an deiner Seite zuerst in den großen Speisesaal trat, muss ein großer Prophet sein,dass ihm die Mächte der Himmel dienen!'

Da also das Weib solches von den Dienern vernahm, war sie um desto mutloser und getraute sich kaum zu reden. Nach einer ziemlich geraumen Weile erst sagte sie mit einer ganz schwachen Stimme:

'Herr! Du bist mehr denn allein der verheißene Messias! Du warst es sicher, Der den Pharao züchtigte, die Isrealiten aus Ägypten führte und ihnen vom hohen Sinai die Gesetze donnerte!'

Ich aber sage zu ihr: 'Weib! Die Stunde ist noch nicht da, dass solches den Menschen kundgetan würde; darum behalte es vorderhand in deinem Herzen. Mache aber nun, dass die große Schar, die aus Judäa mit Mir kam, in die Schlafgemächer verteilt werde; du, der Arzt und Meine Jünger, nun zehn an der Zahl, aber bleibt hier! Dem Weibe aber, das an Meiner Seite saß und Meines Leibes Mutter ist, weise das reinste Bett an, dass es wohl ruhe; denn sieh, die schon ältliche Mutter hat heute einen starken Weg gemacht und bedarf zu ihrer Stärkung einer guten Ruhe!'

Die herrliche Geschichte von der Frau am Jakobsbrunnen geht noch weiter. Allein aus diesem Kapitel könnte man einen wunderbaren Film machen. Im Laufe des Abends nennt Irhael den Herrn Jehova und wird von ihm mit dem Arzt namens Joram ehelich verbunden.

Möge Ihnen und allen, die dieses erweiterte Evanglium lesen wie Irhael klar werden, dass Jesus nicht nur der Messias sondern Jehova selbst ist.

Mit besten Wünschen und Grüssen

Ihre Traudy Rinderer

Anno domini 2009 am 19, Februar