Gelobt sei Jesus Christus!

Ecclesia wird als Kirche übersetzt oder als Gemeinde. Emanuel Swedenborg erklärt für ecclesia "Haus des Herrn". Doch erstmals will ich Ihnen Emanuel Swedenborg vorstellen, den Sie eigentlich kennen müßten.

Emanuel Svfedberg wurde 1688 in Stockhom geboren. 1719 wurde er geadelt und hieß nun Swedenborg. 1772 verstarb er in London. In der ersten Hälfte seines Lebens war er Naturforscher, Physiologe, Anatom, Ingenieur - eines der Universalgenies jener Zeit. Zudem war er Mitglied des Aufsichtsrats der schwedischen Bergwerke, des schwedischen Reichsrats und der Stockholmer und Petersburge Akademie der Wissenschaften. Emerson schrieb über ihn: "Er schien durch die Mannigfaltigkeit und die ungeheure Größe seiner Kräfte die Zusammenballung mehrerer Personen zu sein. Ein Riese in der Literatur, läßt er sich durch ganze Fakultäten von gewöhnlichen Gelehrten nicht messen. Sein eminenter Geist ragt hoch über alle Zeiten. Den Wahrheiten, die aus Swedenborgs Werk in allgemeinen Umlauf gelangten, begegnet man heute jeden Tag. Sie beeinflussen die Anschauungen und Glaubensbekenntnisse aller Kirchen, wie auch das Denken von Menschen, die keiner Kirche angehören."

Diese Wirkung betrifft zum Teil schon den anderen Swedenborg. 1744/45 wurde er durch mehrere, sein weiteres Leben entscheidende Christusvisionen zum Seher berufen: "Ich kann heilig beteuern, dass mir der Herr selbst erschienen ist und mich gesandt hat, zu tun, was ich tue, und dass er zu diesem Zweck das Innere meines Geistes aufgeschlossen hat, damit ich die Dinge, die inb der geistigen Welt sind, sehen und alle, die dort sind, hören könne".  Auf der Schwelle zum europäischen Gelehrtenruhm und gerade als ihn das Bergwerkskollegium einstimmig zu seinem Präsidenten wählte, wandte er sich um: "Ich entsagte aller weltlichen Gelehrsamkeit und Ruhmsucht und arbeitete in geistigen Dingen, wie mir der Herr befahl, zu schreiben. Diese sind: die Öffnung der geistigen Welt und die Erklärung des inneren Sinnes der Bibel, durch den eine Verbindung des Menschen mit dem Herrn und eine Zusammengesellung mit den Engeln stattfindet."

Nun teilten sich die Meinungen über ihn. Die einen hielten ihn für verrückt, ja schizophren, wogegen freilich die Klarheit und konsequente Durchführung seiner späteren Werke spricht. Ihr Wortführer war Kant, doch werden leider über dessen einem, negativen Urteil seine vorausgehenden und nachfolgenden positiven Urteile in Deutschland verschwiegen. Für andere aber wurde gerade dieser Swedenborg zum entscheidenden Anreger, so für Goethe, dem in Deutschland wohl am meisten zu danken ist, dass "Swedenborgs Gedanken in allgemeinen Umlauf gelangten", für die Romantiker, für Balzac, der ihn den "Buddha des Nordens" nennt, Baudelaire und Strindberg, für Oberlin und Vater Werner, den Gründer des Teutlinger Burderhauses, für Helen Keller, die in ihrem Buch "Licht in mein Dunkel" berichtet, was sie Swedenborg für ihre außergewöhnliche Entwicklung verdankte, und für Rudolf Steiner.

Im Buch "DER MENSCH ALS MANN UND WEIB - Sexualität und eheliche Liebe in der Schau Emanuel Swedenborgs erläutert von Gerhard Gollwitzer" Swedenborg Verlag Zürich schreibt der Verfasser:

"Der Mensch wird geistig durch das Geistige der ecclesia, der Kirche, lesen wir und stoßen damit auf ein Wort, das bei Swedenborg einen anderen als den landläufigen Sinn hat. Er meint mit Kirche nicht in erster Linie Institutionen und Organisationen, nicht theologische Lehrgebäude, nicht Kult, sondern gebraucht das Wort vor allem im Sinne von ecclesa = Haus des Herrn.

Jeder Mensch, der geistig, also Mensch wird, ist solch eine Kirche:

'Kirche ist im einzelnen Menschen, und im weiteren Sinn bilden mehrere Mensch-Kirchen eine Kirche. Der Mensch als Gemeinschaft von Menschen ist die Kirche von vielen, der Mensch als einzelner ist die Kirche in jedem einzelnen dieser vielen. Die Kirche als Gesamtheit setzt sich aus vielen ähnlichen Einzelnen zusammen'.

Erinnere an die Worte: "Seht wie sie einander lieben" und "Diese Kirche werden die Mächte der Finsternis nicht überwinden!" Das ist so einfach wie zwei und zwei zusammenzuzählen um festzustellen, dass Jesus die Innere, die Geistige Kirche gemeint hat.

Wie wird der Mensch ecclesia? Im Buch steht weiters:

"Die zwei Elemente der Kirche im Menschen sind das Wahre, das der Mensch vom Herrn her inne wird, und das Gute des Lebens. Das erstere bewirkt die Gegenwart des Herrn im Menschen, das andere die Verbindung mit Ihm. Das erstere bewirkt die Gegenwart des Herrn im Menschen, das andere die Verbindung mit Ihm. Jenes ist Sache des Lichtes, dieses Sache der Wärme. 'Freilich ist der Herr bei jedem Menschen fortwährend gegenwärtig, denn ohne Seine Gegenwart würde der Mensch nicht leben, doch Er dringt und besteht darauf, dass der Mensch Ihn bewußt aufnimmt. Dies ist dann Seine Ankunft im Menschen, dessen <Morgendämmerung>, von der an sein Denken geistig erleuchtet wird und er zur Weisheit fortschreitet, indem er die aufgenommenen Wahrheiten mit seinem Wollen verbindet, danach lebt und das Gute tut. Die beständige Gegenwart des Herrn bewirkt, dass der Mensch vernünftig wird und geistig werden kann. Dies geschieht durch das vom Herrn als Sonne in der geistigen Welt ausgehende Licht, das der Mensch in sein Denken aufnimmt. Es ist die Wahrheit, dank der er vernünftig wird. Die Ankunft des Herrn hingegen findet nur bei denen statt, die mit diesem Licht die Wärme, das heißt mit der Wahrheit die Liebe verbinden. Die aus jener Sonne hervorgehende Wärme ist die Liebe zum Herrn und die Liebe zum Mitmenschen.'

Nun hat sich der Kreis geschlossen:

Wenn wir geboren werden, enthält unsere Seele auch teuflische Elemente. Am Bösen in der Welt findet sich dies leider bestätigt. Nun sagte Jesus, jeder müsse wiedergeboren werden und meinte damit, durch bewußte Hinwendung zu ihm den göttlichen Funken zu entwickeln. Dadurch vergeistigt sich der Mensch und kann wie Swedenborg meint, erst dann Mensch genannt werden. Liebt nun der Mensch mit aller Kraft und ungeteilt Gott, dann ist er eine ecclesia - ein Haus Gottes, eine innere Kirche und mit allen Menschen, die auch Gott und den Nächsten lieben, verbunden.

Wie sagte Jesus? "Daran werdet ihr meine Jünger erkennen, dass sie einander lieben!" und "Diese Kirche kann von den finsteren Mächten nicht überwunden werden!"

Wie 2 + 2 vier sind, ist klar, dass Jesus mit seinen Worten an Petrus eine unsichtbare, geistige Kirche gemeint hat.

Swedenborg äußerte sich auch über die falsche Lehre von drei göttlichen Personen, die er besonders für fatal hielt. So wird Gott geteilt und die Menschen tun sich schwer ihn zu lieben.

Gut 200 Jahre hätte man die falschen Lehren bereits berichtigen können, doch was taten Vertreter der Katholische Kirche? Sie erklärten Swedenborg für einen geisteskranken Schwärmer. Aber dann kam Jakob Lorber und schrieb in etwa das Gleiche.

Mit besten Wünschen und Grüssen

Ihre Traudy Rinderer

Anno domini 2009 am 23. März