Gelobt sei Jesus Christus!

Lt. Evangelium verbrachte der 12-jährige Jesus drei Tage im Tempel und besprach sich mit den Schriftgelehrten. Im Neuen Testament stehen von diesem Ereignis nur ein paar Zeilen und nichts darüber, was Jesus eigentlich gesprochen hat. Jakob Lorber durfte mehr darüber erfahren und auch alle, die mehr über die Gespräche wissen möchten. Ich habe seinerzeit das Bändchen "DIE DREI TAGE IM TEMPEL" offenbart durch Jakob Lorber - erschienen im gleichnamigen Verlag - als erstes gelesen. Und es hat mich amüsiert, wie der Zwölfjährige recht forsch - um nicht zu sagen frech - die Pharisäer und Schriftgelehrten in die Zange nahm.

Er wurde dann auch als "Sauhirte" bezeichnet, ein damals gewiss ärgstes Schimpfwort. Ja, wie kam dieser "Sauhirte" dazu, die ganze Schrift zu kennen? Die wenigen Papyrusrollen waren doch nur im Tempel und den Templern zugängig. Gerne schreibe ich Ihnen ein paar Stellen ab:

"Es war Sitte und vorgeschriebener Brauch im ganzen Reiche der Juden, dass sie ihre Kinder, wenn sie das zwölfte Jahr zurückgelegt hatten, nach Jerusalem bringen mußten, wo sie im Tempel von den Ältesten, Pharisäern und Schriftgelehrten befragt wurden über alles, was sie bis zu diesem Alter besonders in der Lehre von Gott und den Propheten sich zu eigen gemacht hatten. ....Die Prüfungen der Knaben und noch mehr der Mädchen dauerten nur kurz. Es waren einige Hauptfragen schon für imnmer bestimmt, die ein jeder Jude seit langeher auswendig wußte. Die Antworten auf die bekannten Fragen wurden den Kindern geläufig eingebleut, und es hatte der Prüfer die Frage kaum zu Ende gebracht, so war der geprüfte Knabe auch schon mit der Antwort fertig..... Nach vollbrachter kurzer Prüfung bekam der Knabe ein kleines Zettelchen, mit welchem er sich mit seinen Eltern an derselben Taxkasse zu melden hatte, bei der er ehedem die Prüfungstaxe entrichtete, wo er dann gegen Vorweisung des Prüfungszettelchens wieder eine kleine Taxe zu entrichten hatte, so er auf das Zettelchen ein Tempelzeugnis haben wollte. Kinder armer Eltern mußten ein ein Signum paupertatis (Armutszeugnis) mitbringen, ansonst sie zur Prüfung nicht zugelassen wurden. ....

Manchmal aber geschah es auch, dass Knaben von sehr viel Geist und Talent den Prüfern auch Gegenfragen stellten und Aufklärung über dies und jenes aus den Propheten verlangten. Bei solcher Gelegenheit gab es unter den Prüfern dnn gewöhnlich verdrießliche und ärgerliche Gesichter; denn die Prüfer waren selten in der Schrift und in den Propheten mehr bewandert als heutzutage die sehr mager bestellten Abc-Lehrer (geschrieben 1859). Sie wußten nur soviel, um wieviel sie zu fragen hatten. Darüber hinaus sah es gewöhnlich sehr finster aus.

Es saßen aber bei den Prüfungen, gewisserart als Prüfungskommissare, wohl auch einige Älteste und Schriftgelehrte. Sie prüften aber nicht, sondern hörten nur zu, was da geprüft ward. Nur im vorerwähnten besonderen Falle, so es sich der Mühe lohnte, fingen sie sich zu rühren an und verwiesen zuerst einem so Fragen stellenden Knaben seine unkluge Vermessenheit, der es gewagt hatte, seine Prüfer in eine unangenehme, zeitzersplitternde Lage zu versetzen. Solch ein Knabe wurde, wenn er sich nicht leicht einschüchtern ließ und bei seinem Vorhaben und Begehren verharrte, mehr des Scheines vor dem Volke als der tieferen Wahrheit wegen, einstweilen auf die Warteseite gestellt und mußte auf die für derlei kritische Fragen gegebene erklärende Antwort bis zu einer gewissen Stunde am Abend warten, wo er dann erst eigens vernommen wurde.

Kam dann die anberaumte Stunde, so wurden stets mit einigem Unwillen solche Knaben aus ihrem Versteck hervorgeholt, mußten ihre früher gestellten Fragen wiederholen, und einer der Ältesten und Schriftgelehrten gab dem Fragesteller gewöhnlich eine sehr mystische und soviel als möglich verworrene Antwort, aus welcher der Knabe offenbar nicht küger wurde - und das Volk schlug sich dabei an die Brust und bewunderte tief, dumm, stumm, taub und blind die unerforschliche Tiefe des Geistes Gottes durch den Mund eines Ältesten und Schriftgelehrten und verwies am Ende einem solchen Knaben seine unbesonnene Keckheit.

Aber so ein recht geistreicher Knabe ließ darauf den Kopf noch nicht hängen und sagte: 'Alles Wirken in der großen Gotteswelt ist am Tage vom hellsten Sonnenlicht erleuchtet, und selbst die Nacht ist nie so finster, dass man ar nichts sehen sollte; warum muss denn gerade jene wichtige Lehre, die dem Menschen den Weg zum wahren Heile klarst und hellst zeigen soll, so verworren und keiner Seele verständlich gegeben sein?'

Und der Knabe, der den Ältesten eben dieses eingewendet hatte, war Ich selbst und brachte sie dadurch in eine große Verlegenheit, zumal Mir alles anwesende Volk sehr recht zu geben anfing und sagte: 'Beim Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs - dieser Knabe ist zum Verwundern gescheit, der muß noch mehreres mit den Ältesten und Schriftgelehrten verhandeln! Wir wollen ihnen für ihn ein bedeutendes Opfer in den Gotteskasten legen.'

Ein sehr reicher Israelit aus Bethania (es war dies der damals noch lebende Vater des Lazarus, der Martha und Maria) trat hervor und erlegte für Mich ein Opfer von 30 Pfund Silber und etwas Gold bloß zum Behufe dessen, dass Ich länger mit den Ältesten und Schriftgelehrten verhandeln durfte. ....

Der erstere Teil der Vorfrage bestand darin: wer die Jungfrau und wer ihr Sohn Emanuel sei, und wann dies geschehen werde, dass solch ein Sohn in die Welt geboren werde. Die Zeit müßte schon da sein, indem das Land Jakobs schon seit mehreren Jahren seiner beiden Könige entsetzt sei und nun die Heiden zum Herrn habe. Ob etwas nicht jener vor zwölf Jahren zu Bethlehem von der Jungfrau Maria, die dem Zimmermanne Joseph angetraut war - noch nicht als Weib, sondern als Pflegebefohlene nach dem alten Brauche des Tempels - in einem Schafstalle geborene Knabe, dessentwegen die Weisen vom Morgenlande herbeikamen, um ihn als den verheißenen großen König der Juden zu begrüßen, dem Anna und Simeon im Tempel bei der Beschneidung ein großes Zeugnis gegeben haben, eben jener Emanuel sei, von dem Jesaias geweissagt habe.

Nun, auf diese nicht unbedeutende Vorfrage fing ein Ältester, so ein recht herrschsüchtiger Knauser, ein verworrenstes Zeug zusammenzuschwätzen an, das Ich gar nicht bekanntgeben will, weil er Mich daneben auch einen schlecht erzogenen Knaben nannte, da Ich schon von einem Aus-einem-Weibe-Geboren-werden etwas wüßte.

Nur ein jüngerer, ein wenig menschlicher aussehender Schriftgelehrter erhob sich dagegen und sagte, dass solches noch keineswegs auf eine schlechte Erziehung hindeute, da besonders in Galiläa die Knaben eher reif würden als in dem verkümmerten Jerusalem, wo nichts als Luxus und eine große Verzogenheit der Kinder daheim sei. Man könnte Mir schon eine bessere Antwort auf sein Gutstehen für Mich geben, denn er meine, dass Ich schon mit allen Verhältnissen des menschlichen Lebens bestens vertraut sei. Man solle nur die andern Knaben entfernen und mit Mir dann ganz männlich reden. Aber der Älteste brummte etwas in seinen Bart hinein, und Ich fragte hernach den menschlicher aussehenden Schriftgelehrten bezüglich der Geburtsgeschichte in Bethlehem. Aber auch dieser sagte so ganz weitwendig:

'Ja, du mein lieber, recht holder Knabe, mit jener glücklicherweise total verrauchten Geschichte, die in jener Zeit viel von sich reden machte, ist nun und besonders in bezug auf die dunkle Weissagung des Propheten Jesaias, der nur für seine Zeit in stets dunklen Bildern weissagte, soviel als nichts! Denn die Alten haben sich, glaube ich, wie ich es vernommen habe, nach dem Herodischen Kindermord von Bethlehem - bei welcher Gelegenheit sicher auch ihr aus dem Morgenlande begrüßter König der Juden geschlachtet ward - gar aus Judäa irgendwohin geflüchtet und leben vielleicht gar nicht mehr; denn man hat nachher nichts mehr von ihrem Dasein vernommen. .....'

Jesus: '.....Ich bin denn doch der Meinung, dass an jener bethlehemitischen Geburtsgeschichte etwas mehr ist, als ihr meinet, und dass jenes Elternpaar, der bekannte Zimmermann Joseph aus Nazareth und dessen später zum Weibe angetraute Jungfrau, samt dem zu Bethlehem geborenen Sohne noch ganz gut leben; denn sie sind durch eine recht weise Vermittlung des damaligen römischen Hauptmannes Kornelius der späteren Grausamkeit des alten Herodes entronnen und leben nun ganz wohlbehalten zu Nazareth in Galiläa.

Solches weiß Ich als ein Knabe von zwölf Jahren, und euch, die ihr doch um alles wisset, sollte das unbekannt sein - zumal Joseph als einer der tüchtigsten Zimmermeister noch alle Jahre für Jerusalem etzwas zu machen bekommen hat und ihr ihn gar wohl kennet, sowie dessen Weib, das eine Jerusalemerin ist und bis zu ihrem vierzehnten Jahre im Tempel erzogen wurde? Ist sie nicht eine Tochter der Anna und des Joachim, die nach euren chronischen Aufzeichnungen wunderbarerweise zur Welt kam? Anna war schon hohen Alters, und ohne ein Wunder wäre da an eine Befruchtung wohl nie zu denkien gewesen?.....'

Hierauf fragte Mich ein Scharfbissiger; 'Nun sage du dieses mir, was ich dich fragen werde: Von woher und seit wann hast du dir die so vollendete Kenntnis der Schrift und namentlich der Propheten zu eigen gemacht?'

Sagte Ich: 'Darüber Mich zu befragen, hast du ebensowenig ein Recht, als Ich dich zu fragen, woher es komme, dass du als Priester dir die Schrift noch gar nicht zu eigen gemacht hast - weder im Worte und noch um vieles weniger in der Tat! Gib mir Antwort auf das, was Ich frage, und wofür dir gezahlt worden ist! Um alles andere hast du dich wenig oder gar nicht zu kümmern, denn dich hat es nichtsgekostet, weder eine Mühe noch ein Zeit, noch eine allgeringste Sorge oder irgend ein anderes Opfer. ....

Darauf sagte in Oberster der Synagoge von Bethlehem, der da auch im Tempel bei der Knabenprüfung zugegen war: 'Ich sehe schon, dass ich da werde Rat zu schaffen anfangen müssen, sonst werden wir mit diesem Knaben nicht fertig! Er hat nun ein erkauftes Recht, uns eine Woche lang zu fragen; wir müssen ihm zur Rede stehen, ob wir wollen oder nicht! Macht er uns schon mit seiner Vorfrage soviel zu schaffen, so dürfen wir uns erst auf seine Nach- und Hauptfragen gefaßt machen!

Verstand hat er genug und natürlichen Witz auch in Menge, und wir werden mit ihm nicht aufkommen, so wir nicht das wollen, was er will. Er will einmal einen wahren Sachverhalt über die eben vor zwölf Jahren erfolgte Geburt eines Knäbleins in einem Schafstalle bei Bethlehem haben, und diese kann ich ihm verschaffen, weil ich damals schon, so wie noch heutzutage, der Oberste der dortigen Synagoge war!'

Der Oberste der Synagoge erläutert nun ausführlich, was er über die Geburt des Knäbleins weiß, kommt aber zum Schluß, dass trotz der wundersamen Dinge, die damals passiert waren, es sich nicht um den verheißenen Messias gehandelt haben könne. Er schließt mit den Worten:

'Wie müßte ein Held etwa aussehen, und von woher müßte er gekommen sein, der es mit der ungeheueren Macht der Römer aufnehmen könnte?! Das kann vielleicht in tausend Jahren einmal geschehen, wenn zufällig alle anderen Weltgroßmächte, gleich auch Rom, locker und schwach werden - aber jetzt ist azu wohl noch lange keine Aussicht vorhanden, und deine berührte Vorfrage geht da offenbar ins Blaue der Luft über, was soviel sagen will als: sie handelt vom Nichts und geht auch ins vollkommene Nicht über. - Bist du nun endlich im klaren mit der Vorfrage?'

Sagte Ich: 'Ja, ja, so du alles nach dem diesweltlichen Maße nimmst, da magst du recht haben. Aber hier ist nur ein geistiges Maß anzunehmen, von dem du aber keinen Begriff zu haben scheinst, und so hast du Mir mit deiner ganzen, erfahrungsreich sein sollenden Rede am Ende in bezug auf Meine Vorfrage dennoch soviel wie gar nichts gesagt!

Denn so der Messias kommen wird, wird er kein materielles, sondern n ur ein geisties Reich auf Erden gründen, und dieses Reiches wird kein Ende sein in Ewigkeit, wie solches auch der Prophet Jesaias von dem kommenden Messias geweissagt hat.

Was ist aber ein geistiges Reich auf Erden? - Das ist kein Reich mit einem äußerlichen Schaugepränge,  sondern das muß inwendig im Menschen sich offenbaren, und ein Mensch, der in dieses wahre Gottesreich auf Erden unter den Menschen gelangen wird, der wird sein ein wahrhaft lebendiger und wird den Tod nicht sehen noch fühlen und schmecken in Ewigkeit, wie solches David, Daniel und Jesaias geweissagt haben. (Keine Todesangst)

Wenn es sich mit dem verheißenen Messias nun also und niemals anders verhalten kann, wie und aus welchem Grunde sollte denn jene überaus wunderbare Geburt zu Bethlehem ganz so bedeutungslos dastehen?

Gott hat jenes Kind wunderbar vor der mörderischen Hand des Herodes beschützt, und es lebt heutzutage, freilich höchst zurückgezogen, und steht, wo er sein muß, in einer allen Elementen gebietenden Kraft da, wie solche nur einem Gott möglich sein kann. Niemand kann sich vor Ihm verbergen; verbirgt es sich aber vor den anderen Menschen, so ist es aber dann niemandem möglich, es eher zu finden, als es sich ganz freiwillig finden läßt.

Es hat nie Lesen und Schreiben gelernt, und dennoch gibt es keine Schrift in der Welt, die es nicht lesen könnte, und schreibt in allen Zungen und ist bewandert in allen Künsten, die nur irgend in der Welt vorhanden sein können, und hat eine Kraft, vor der die Berge zittern und die mächtigsten Zedern ihre Häupter bis zur Erde herab beugen, und selbst Sonne, Mond und Sterne scheinen zu gehorchen seinem Willen! - Was Ich hier sage, ist keine Übertreibung, sondern eine ganz buchstäbliche Wahrheit!

Wenn aber genau also und nicht anders, da meine Ich denn doch, dass es von eurer Seite der Mühe wert wäre, euch näher danach zu erkundigen und darüber nachzusehen in den Propheten, ob die Weissagung des Jesaias nicht übereinstimme mit den bewußten Eltern des Kindes, mit dem Kinde selbst, mit seiner Geburt, mit dem Geburtsorte, mit der Zeit, mit seinem jetzigen Aufenthalte und mit so manchen Zeichen, die es schon bis jetzt von sich gegeben hat! ......

Ich würde diese Berufung an den Richter nicht gemacht haben, wenn Mich im Flusse Meiner Rede nicht ein alter, gar stolzer Pharisäer zu schweigen gemahnt hätte, dass dies Dinge wären, über die ein naseweiser Sauhirte aus Galiläa durchaus nicht zu urteilen habe.'

Aber der Richter, der ganz auf Meiner Seite war, verwies ernstlich dem Pharisäer seine Grobheit und gebot ihm, mit solch einer gemeinen Herrschsprache in seiner Gegenwart nicht mehr zum Vorschein zu kommen. Denn Meine Kundgabe über den bei Nazareth wohnenden Wunderknaben sei wichtiger auch für die Römer, als ihr ganzer abgenützter und schon sehr fadensichtig gewordener Judenkram. Er sagte den Pharisäern trocken ins Gesicht:

'Eure Lehre bedarf wie keine auf der weiten Erde einer gänzlichen Reformation, sonst hält sie sich wahrlich keine fünfzig Jahre mehr! Denn wie eure Gotteslehre und euer Gottesdienst nun bestellt sind, da sind Roms Bacchanalien eine wahre Sonne dagegen, obwohl sie als eine Verehrung eines höheren Gottwesens als eine wahre Mißgeburt des Menschenverstandes dastehen! Du, holder Knabe, aber rede nur ganz beherzt weiter! Es darf dir kein Leid zugefügt werden, denn in dir scheint mehr Verstand zu sein als in diesem ganzen Tempel!'

Nach der Rede eines Leviten erhob sich dann ein Hohepriester und sagte:

'Was soll der Tempel auf die Aussage eines wahnwitzigen Knaben?! Da müssen dem Tempel höhere Indizien gemacht werden! Derlei Reden waren unter dem Judenvolke schon oft da, und es sind auch sogar offenbare Wunder geschehen, und dennoch war da von einem Messias späterhin keine Spur zu entedecken!

Wie lange ist es denn, als Zacharias als Hoherpriester dem Tempel vorstand?! Dessen Weib Elisabeth gebar ihm, schon im hohen Alter stehend, einen Sohn, was ihm von einem Engel, als er im Tempel opferte, angezeigt wurde. Zacharias konnte dieser Anzeige keinen Glauben geben, da sein Weib dafür zu alt war. Da ward er dafür so lange mit Stummheit geschlagen, bis sein Weib gebar. Als zu ihm aber eines Tages die Kunde in den Tempel kam, dass ihm sein Weib einen Sohn geboren hatte, und er befragt ward, wie der Sohn genannt werden solle, da ward ihm die Zunge gelöst, und er sprach: <Johannes!> Und siehe, es war dies eben der Name, den ihm zehn Monde früher der Engel des Herrn gegeben hatte!

Zaccharias aber fragte den Engel: 'Was soll aus dem Knaben werden? Laß mich erkennen des Herrn Willen!' Der Engel aber sprach: 'Dieser ist es, von dem Jesaias also sprach: 'Er wird sein die Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg, und machet eben dessen Fußsteige! Alle Täler sollen voll werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was krumm ist, soll richtig werden; was aber uneben ist, soll werden ein schlichter Weg! Und alles Fleisch wird sehen den Heiland Gottes!'

Man forschte damals näher nach und fand bald, dass der herrschsüchtige Zacharias sich nur dadurch mit geheimer Hilfe der Essäer habe eine erbliche geistige Dynastie gründen wollen. Er ward deshalb von dem Arme der Gerechtigkeit ergriffen und für solchen Frevel mit dem Tode bestraft.

Wo ist nun jene große Messiashoffnung hingekommen? Kein Mensch denkt mehr daran! Alles ist vor dem Tempel, der von Jehova für alle Zeiten der Zeiten ist geheiligt worden, wie ein schwacher Pfützendunst vor der Macht der Sonne in Nichts zerronnen! .........

Wer dieses weiß wie unsereiner aus den Büchern der alten Weissagungen über die Ankunft des Messias, der kann doch unmöglich glauben, dass Gott, der seine allzeitige Ankunft auf überaus großartige Weise vor den Augen der Menschen und aller Kreatur betätigte, nun so unscheinbar und sogar als ein uneheliches Kind in diese Welt als ein schwacher Mensch, uns gleich dem Tode untertan, kommen werde! Denn wir wissen es ja, dass des Joachim Tochter Maria eher schwanger wurde, als sie dem Joseph als Weib im Tempel angetraut ward! Das Fräulein war dem bekannten Baukünstler aus dem Stamme Davids anfänglich zur Pflege gegeben, und nur, um ihn nicht zugrunde zu richten, hatte man freundlich geraten, das Fräulein, bevor die Sache dem Volke ruchbar werde, zum Weibe zu nehmen und somit den Fleck zu verwischen.

Jener Knabe aber ist und bleibt dennoch ein Unehelicher, und es kann dadurch desto weniger Möglichkeit vorhanden sein, dass er je ein verheißener Messias werden könnte, und möchte er durch seine erlernten Zauberkünste auch alle Berge zu versetzen imstande sein!'

Jesus antwortete: '............So der Prophet spricht: 'Siehe, eine Jungfrau - also kein Weib - ist schwanger und wird einen Sohn gebären; den wird sie Emanuel (d. h. <Gott mit uns>) heißen!', wie behauptet dann der Hohepriester, dass der Messias nur unter den großartigsten Zeichen am Firmamente als en allmächtigster Kriegsheld und als ein schon gemachter König über alle Völker der Erde rein vom Himmel herab uner dem größten Himmelsglorienpompe auf diese Erde zu den Menschen kommen werde?! ......

Ich aber sage, dass sie noch lange nicht zu Ende ist, als wie es diese Herren meinen, und es wird die Zeit ehest kommen, wo derselbe Johannes wie ein mächtiger Blitz unter sie fahren und ein großes Gericht halten wird unter ihnen. Seine Worte werden schärfer sein für euch denn die allerschärfsten Pfeile! Und wie die Geschichte des eben in Rede stehenden Johannes, so und als ein noch ärgeres Gericht wird jener Wunderknabe aus Nazareth über euch kommen und euch zeigen seine volle göttliche Herrlichkeit, aber etwa nicht zu eurer Aufersteheung, sondern zu eurem Falle!'

Hier machte der Hohepriester zornige Augen und sagte: 'Woher weißt du denn das, du wahnwitziger Knabe? Wer hat dir in solchen Dingen den Kopf also verwirrt gemacht, und wer bist du denn, dass du es wagst, uns solche Dinge so keck zu sagen?'

'Ich bin, der Ich bin, und woher Ich kam, das habt ihr aufgezeichnet. Was fragt ihr denn weiter, wer und woher Ich sei?! Zudem habe Ich es euch ja ohnehin schon gesagt, dass Ich aus Galiläa und eben auch aus Nazareth gekommen bin und daher den in Rede stehenden KInaben überaus gut kenne und durchaus nicht so dumm bin, um nicht die Taten eines Magiers - wenn auch sogar aus Indien - von jenen des Wunderknaben zu unterscheiden.

Mache Mir von euch jemand aus Lehm zwölf Sperlinge und belebe sie bloß durchs Wort, dass sie dann auffliegen und gleich den andern sich ihre Nahrung zu suchen anfangen und fortleben!

Wer von euch vermag wohl einem sich zu Tode gefallenen und ganz zerschmetterten Knaben augenblicklich durchs bloße Wort das Leben wiederzugeben und ihn leiblich vollkommen wieder zu heilen?!

Wer von euch vermag dem Blitze zu gebieten, dass er dorthin und dahin fahre und erschlage eine Hyäne, die einer Mutter ihr einziges Kind raubte und dem Walde zueilte?!

Wer von euch kann dem Sturme, wie jener Knabe gebieten bei einer großen nächtlichen Windstille und bei einer Gelegenheit, wo einigen Städten und Flecken eine große Gefahr durch eine zahlreiche Raubmörderhorde drohte, die nächtlicherweile auf einem großen Schiffe sich Kapernaum nahte, bei zweihundert Mann stark, die bis an die Zähne bewaffnet waren?!

Der bewußte Knabe, der zur selben Zeit mit seinem Vater sich gerade in Kapernaum befand, rettete den ganzen Ort! Denn auf sein Wort erhob sich plötzlich einer der fürchterlichsten Seestürme, trieb das Schiff mit Pfeilesschnelle weit vom Ufer hinein in die hohe See, wo das ganze Schiff durch den zu mächtigen Wogenschlag zerstört wurde und mit all den zweihundert Raubmördern unterging.

Das und viele derlei Taten hat jener Knabe schon verübt allzeit zum Wohle der irgend bedrängten Menschheit, und noch nie hat es jemand erlebt, dass er darum von jemand irgendeinen Lohn verlangte.....

Wenn aber also, ist da jener Knabe wohl nur schlechtweg ein eingelernter Zauberer, oder tut Er alles das nur aus der Ihm in aller Fülle innewohnenden Gotteskraft? ......

Meine Vorfrage habt ihr Mir schlecht beantwortet. ..... Redet aber behende, denn der Tag neigt sich, und wir werden uns dann wohl um ein Abendmahl umzusehen anfangen!'

Sagte der Hohepriester: 'Wenn jener Knabe ohne unser Wissen und ohne Einwilligung des Tempels also eigenmächtig im Ernste solche Dinge verrichtet, da liegt es ja klar am Tage, dass er vom Beelzebub, dem Obersten aller Teufel, besessen ist! Mit Gotteskraft geht das niemals außerhalb des Tempels! ............

Da ist es sogar eine unerläßliche Pflicht des Tempels, solche Kinder und Menschen von der Erde um jeden Preis zu vertilgen! Und sollte sich es infolge unserer späteren Nachforschungen bewähren, was du von dem Knaben aussagtest, so wird auch er als ein Verbündeter des Beelzebub von der Erde vertilgt werden!'

 Langsam wurde es gefährlich für den Jesus-Knaben, doch nicht wirklich. Niemand hätte ihm vor Beendigung seiner Mission ein Haar krümmen können, doch auch der anwesende römische Richter betrachtete ihn nun als seinen Schützling und sprach:

'.....Dieser Knabe befindetsich nun aber auch in meinem Schutze, und ich erteile ihm nun erst das volle Recht, euch mit allerlei Fragen zu plagen, und ich werde nicht von seiner Seite weichen, denn in seinem Gehirne und Gemüte steckt mehr der kerngesundesten Weisheit als in euch allen und in eurem ganzen Heiligtum. - Und nun, du mein liebster, holdester Knabe, kannst du wieder reden, denn ich habe den Platz für dich gereinigt!'

Ich aber sah den römischen Richter freundlichst an und sagte: 'Du bist zwar ein Heide, aber du bist gerecht und guten Herzens, und wahrlich, wenn nun das wahre Gottesreich zu den Menschen auf Erden kommen wird, wirst du samt deinem ganzen Hause nicht als einer der Letzten in dasselbe aufgenommen werden! Wer aber darin aufgenommen wird, der wird selig sein und nicht sehen den Tod ewiglich!' (geistig)

Sagte der Richter: 'Wie magst denn du mir eine solche Verheißung machen?'

Sagte Ich: 'Nichts leichter als das! Denn Ich sage es ja, dass Ich jenen Wunderknaben sehr wohl kenne und sein innigster Freund bin. So Ich zu Ihm komme, da werde Ich deiner nicht vergessen, und Er wird dich segnen, und sein Segen wird nicht ohne Folgen sein!'

Hier erhob sich zornig der Hohepriester und sprach: 'Ist denn jener Knabe ein Gott, dass er segnen kann, als wäre er ein Gott?! Weißt du denn nicht, dass nur Gott allein segnen kann und seine Hoherpriester nach der Beheißung Gottes dreimal im Jahre?! Wie sprichst du von jenem Knaben, dass auch er einen Menschen und sein ganzes Haus sogar segnen könne?! Welche Lehrer müssen bei euch sein, dass ihre Schüler solch einen Unsinn schwätzen können!'

Sagte Ich: 'Fürs erste habt ihr selbst uns solche Lehrer gegeben, und so die Schüler einen Unsinn daher schwätzen, so fällt dieser auf euch selbst zurück, und so erzeugt ein Unsinn den andern!  ..........

Es entwickelte sich eine hitzige Diskussion, die Sie selbst zur Gänze im erwähnten Buch nachlesen können. Gekürzt ein paar scharfe Sätze:

'Der Hohepriester: 'Wie willst du kecker Schweinehirte aus Galiläa uns das beweisen?'

Sagte Ich: 'Bringet mir her den Volkskatechismus!'

Fragte der Hohepriester: 'Und was willst du damit?'

Sagte Ich: 'Das wirst du schon sehen! Vorderhand werde Mir das Buch hergeschafft!'........

Da ermahnte Mich ein anderer Ältester, dass ich wohl bedenken solle, wer und was ein Hoepriester sei.

Ich aber sagte: 'So Ich die volle Wahrheit rede, kann Ich dadurch je einen wahren Menschen beleidigen?! Saget es selbst, ob das, was Ich hier rede, nicht in der Schrift von Moses geschrieben steht, und ob sich nicht die Sache also verhält, wie die Sache selbst klar zeigt!

Leider werden hochgeborene Menschen nun nicht mehr nach ihrem geistigen Vermögen, sondern nur nach ihren weltlichen Reichtümern zu den höchsten Ämtern befördert, wo sie dann gewöhnlich geistig noch ärmer, aber dafür materiell desto reicher werden! Aber saget es selbst, ob es also vor Gott auch gerecht ist!?

Ja, da kann man, garleicht begreiflich, über die Ankunft des verheißenen Messias freilich schwer eine Auskunft erhalten, so diejenigen, die davon doch füglichermaßen zunächst und zuerst etwas wissen sollten, in der Schrift so unbewandert sind wie Menschen, die vom Dasein einer Schrift aus dem Geiste Gottes durch Moses und andere Propheten gar keine Kenntnis besitzen, aber dabei doch ganz hoch und breit auf dem Stuhle Mosis und der Propheten sitzen!.........'

Abends war dann Jesus und Simon Gast vom römischen Richter und sie verbrachten in der Herberge eine ruhige Nacht. Nicht so jedoch die Templer:

'Aber die Tempelherren hatten eben keine so ruhige Nacht; denn Ich wollte es, dass diese selbst- und herrschsüchtige Art von Menschen durch allerlei beängstigt werden mußte. Und der Hohepriester konnte vor Galle, Ärger und Furcht zu k einem Schlafe kommen, denn es genierte ihn besonders das über alles, dass Mich der römische Richter als einen geehrten Gast mit sich nahm. ..........Nur der junge Levite, der auf dem Punkte stand, ein selbständiger Pharisäer und Vorsteher einer Synagoge zu werden, sagte dem Gremium, weil er sehr viel gesehen und erfahren hatte bei seinen Missionsreisen, ganz trocken ins Gesicht:
'Mit diesem Knaben werdet ihr alle nichts ausrichten! Ich habe in Nazareth wahrlich Wunderdinge von seiner Beredtsamkeit gehört, un da gibt es keinen Gelehrten, der diesem Knaben je etwas abgewonnen hätte! Ich sage es euch ganz offen: Dieses Knaben Zunge und seines Freundes unbegreifliche Willenskraft sind mächtig zur Genüge, um die ganze Welt zu unterjochen! Und wir haben uns mit diesem Knaben eine mächtige Laus in den Pelz gesetzt, die wir ohne Schaden nicht leicht loswerden!....'

Sein Rat an die Templer war gute Miene zu machen, damit der römische Richter evtl. doch die Untersuchung wegen der Ermordung von Zacharias fallen läßt. Die Antwort des Oberpriesters war:

'Bin ganz mit dir einverstanden, und wir werden uns auch deinen guten Rat zur Richtschnur nehmen; aber was meinst du, mein Sohn, denn überhaupt so über diesen ganz verzweifelt pfiffigen Knaben? Es ist doch rein des Satans zu werden! Wir höchsten Würdenträger vom ganzen Judenlande müssen uns von einem echten galiläischen Schweinehirten bis über die Ohren ins Bockshorn treiben lassen! Vor solch einem niedrigsten Wurme des Gassenstaubes müssen wir zittern und alles Mögliche aufbieten, um seiner nur auf eine gute Art loszuwerden. ..... Wie und wann kann sich dieser Knabe von zwölf Jahren Alters solche Totalwissenschaft zu eigen gemacht haben?'

Am nächsten Tag erschienen wieder die Pharisäer, die von allen Anwesenden nach der Sitte geziemend begrüßt wurden - außer vom Knaben, was ihm gleich eine Rüge einbrachte. Doch er sagte:

"O glaubet es Mir, Ich als Knabe weiß sehr genau, wen Ich zu grüßen habe, aber euch bin Ich dennoch keinen Gruß schuldig! ....Es ist aber heute ja ein Nachsabbat, an dem, so wie am Sabbate selbst, nach eurer Satzung alles Grüßen und Ehren streng untersagt ist, weil auch dieses den Sabbat entheilige und den Menschen auf den ganzen Tag verunreinige. Warum verlanget demnach ihr von Mir etwas, was euren Satzungen zuwiderläuft?'

Hier schwiegen die Templer, sahen einander groß an, und der junge Levite sagte: 'Meine hohen Gebieter, es ist mit diesem sonst allerholdesten Knaben ganz und gar nicht mehr zum Aushalten! Das schönste bei der Sache ist nur, dass er um alles weiß und somit auch unwiderruflich recht hat!'

Der römische Richter gab nun den Versammelten folgendes bekannt:

'Dieser Knabe selbst ist eben jener Wunderknabe aus Nazareth, den er gestern nur zu vertreten schien! - Wie gefällt euch diese Geschichte? Wer ihm ein Haar krümmen würde, hätte meinen höchsten Zorn zu gewärtigen!'

Als das Kollegium solches hörte, fuhr es sehr erschreckt und bebend zusammen!

Erst nach einer Weile sagte der Oberpriester: 'Warum hast du uns denn das nicht schon gestern gesagt? Hätten wir das schon gestern gewußt, so hätten wir sicher ganz anders mit dir geredet.........'

Sagte Ich: 'Oh, das weiß Ich recht gut. Aber da es Mir nicht um Heucheln, sondern um die Wahrheit zu tun ist, so tat Ich eben also, wie Ich es getan habe! Und wäre Ich heute noch der, der Ich gestern war, so hätte Ich von euch wieder kein wahres Wort erfahren, da ihr in der Nacht euch aus Furcht vor dem römischen Richter gar fein beraten habt, wieihr Mir wegen des bereits in dieser Welt seienden Messias gar alles wolltet gelten lassen, um Mich zu besänftigen und durch Mich etwa auch den Richter wegen des Zacharias Geschichte. Da Ich aber nun nicht der Verteidiger des Wunderknaben, sondern der Wunderknabe selbst bin, so hat solch plötzliche, unvorhergesehene Wendug der Sache eure Sinne verwirrt und euern schlechten Plan vereitelt, und ihr steht nun da voll Furcht und Angst, und wisset nicht aus und nicht ein. .....'

Alle stutzten, und der Oberpriester sagte mit scheinbar freundlicher Miene: 'Nun, du lieber Wunderknabe, da du so schon um alles zu wissen scheinst, da möchte ich von dir nun auch noch erfahren, wer von uns eigentlich solchen Rat ausgedacht hat!'

Sagte Ich: 'Eben derjenige, dem Ich selbst den Rat also eingeflüstert! Er ist unter euch der Jüngste und ist auch aus Galiläa geboren: sein Name ist Barnabe.'

Diese Antwort war wieder ein Blitzstrahl unter die Pharisäer, und es fing sie an eine große Furcht anzuwandeln; denn vieler Gewissen war sehr unrein, und sie fürchteten manche Entdeckung ihrer geheimen Laster vor den Ohren des strengen Römers.

Der Oberpriester raunte einem Pharisäer still ins Ohr: 'Geben wir dem Simon das Geld zurück, und die Konferenz mit dem Jehova-steh-uns-bei-Knaben, der uns noch die unerträglichsten Verlegenheiten bereiten wird, ist aus! Oder wir fragen ihn um nichts mehr! So er uns fragt, wollen wir ihm schon eine Antwort geben, aus der kein Satan klug werden soll! Nein, der Bube soll uns noch lange nicht über den Kopf gewachsen sein! .....

Hier zog ein gar schlau sein wollender Pharisäer den Oberpriester auf die Seite und sagte: 'Weißt du was?! Dem Wechselbalge von einem Wunderknaben sind wir ja gar keine Rede und Antwort mehr schuldig! Für den es bezahlt wurde, der ist der heutige nicht, für den heutigen aber hat niemand bezahlt, und mithin sind wir ihm auch keine Rede und Antwort mehr schuldig! - Was meinst du?'

Sagte der Oberpriester: 'Freund, diesen Gedanken kann dir nur ein Gott eingegeben haben! Wenn die Not am höchsten, ist die Hilfe von oben am nächsten! Die Konferenz und Konzession (Erlaubnis zum Reden) werde somit als aufgehoben erklärt, weil der heutige Knabe ein anderer ist, als der gestrige war, für den eigentlich gezahlt worden ist!'

Mit dem trat schnell der Tempelherold hervor und sagte mit großem tempelamtlichen Pathos: 'In aller Ermächtigung von seiten der allerhöchsten Oberpriesterschaft des Tempels Jehovas erkläre ich auf Grund dessen, dass der heutige Knabe nicht mehr der gestrige ist, für den die große Taxe bezahlt worden ist, die weitere Sitzung als völlig aufgehoben, und man wird diesem ganz anderen Wunderknaben, für den keine Taxe bezahlt wurde, und auch niemand anderem Rede stehen!'

Hier erhob sich aber der Richter voll Ernst und sagte: 'Die Sitzung bleibt, und ihr werdet reden! Der heutige Knabe ist ganz derselbe, für den die große Taxe bezahlt wurde, nur die moralisch-charakteristische Persönlichkeit ist, von euch unvermutet, eine andere geworden. Nach unseren Gesetzen ändert aber dieser kluge Umstand nichts an dem Rechte des Knaben, und somit lautet mein stets gültiger Richterspruch: Die Sitzung dauert heute und morgen unverändert fort, was da auch immer kommen möge! Fraget oder antwrtet, das ist gleich! Dixi!'

Unwillig traten die Templer an ihre Plätze und verhielten sich stumm. So trat Jesus unter sie und fragte:

'Höret, da ihr Mich keiner Frage mehr würdigen wollt, so werde Ich so frei sein, euch eine kleine Frage zu stellen: Saget Mir - aber ganz offen -, was ihr dann tun würdet, so Ich denn doch im Ernste der verheißene Messias wäre?'

Mit der Zeit mußten die Templer zugeben, dass Jesus nicht nur der verheißene Messias - sogar Jehova selbst war.

 

 

wird fortgesetzt