Gelobt sei Jesus Christus!

Bernhard Dura ist am 30. Juli 1955 als jüngstes von sieben Kindern in Visp im Kanton Wallis (Schweiz) auf die Welt gekommen und wurde streng katholisch erzogen. Mit 27 Jahren erlebte er eine echte Bekehrung und durfte von da an Gottes Gemeinschaft spüren, weil er Jesus Christus als seinen persönlichen Heiland in sein Herz und Leben aufgenommen hatte. Doch schon mit 18 Jahren hatte er eine Erlebnis mit Gott. Er erzählt es folgendermaßen:

"Selbstsicher steuerte ich meinen Wagen durch die Strassen und dachte, mir könne nichts zustossen. Ich hatte eine Tante aufgeladen, die wollte mit mir im Auto das Vater-Unser beten. Ich stimmte ein, doch in Gedanken sagte ich mir selber: 'Das Vater-Unser nützt mir nichts; hier kommt es aufs Können an, und ich kann Autofahren.'. Während ich so dachte, geriet ich in einer Rechtskurve nach links. Ein Lastwagen, mit dem ich kreuzte, schlug meinem Auto den Türgriff weg. Es war mir, als ob Gott zu mir spräche: 'Siehst du, das kommt davon, wenn man Gott spottet.'

Zwischenbemerkung: Da sehen Sie mal, was für ein religiöses Umfeld der junge Mann hatte. Das muss ich mal unseren Kindern vorschlagen im Auto das Vater-Unser zu beten. Wahrscheinlich würden sie nur grinsen. Doch lassen wir ihn weiter erzählen:

"Seit diesem Zwischenfall glaubte ich wieder mehr an die Grösse Gottes, und ich versuchte, in der katholischen Kirche bestmöglich mitzumachen. Als ich von der päpstlichen Schweizergarde hörte, dachte ich sofort: 'Das ist etwas für mich, da kann ich der Kirche, dem Papst und Gott dienen. Dadurch käme ich Gott näher.'

Groß war die Freude, als ich im September 1978 nach Rom reisen durfte, als Leibgardist des Papstes. Doch schon sehr bald merkte ich, dass nicht alles meinen Erwartungen entsprach. Ich dachte, in der Heiligen Stadt Rom würde ich Liebe, Frieden, Einigkeit und Freude antreffen. Ich stellte mir vor, die Schweizergardisten wären sich ihrer grossen Aufgabe bewußt, dem Stellvertreter Christi dienen zu dürfen. Doch traurig war ich, als ich feststellen mußte, dass alles nur ein großes Theater nach außen war und im Innern viel Neid, Unzufriedeheit, Hass und Kritik herrschte. Bald erkannte ich, dass die Schweizergarde nur Tradition ist und dass für die Sicherheit des Papstes weit billigere Mittel besser wären.

Als sinnlos empfand ich das Schildwache Stehen. Nur einer guten Etikette zuliebe mußte man manchmal zwei bis vier Stunden stillstehen und durfte sich nicht rühren. Opfer, die keinem zugute kamen! Könnten die großen Summen von Opfergeldern nicht anderswo nutzvoller eingesetzt werden? Auch mußte ich mich fragen: 'Wo ist da die Nächstenliebe? Wird hier nicht das Geld für den eigenen Bedarf verpulvert, während so viele Mitmenschen Not, Hunger und Elden leiden?'

Wir mußten, sobald der Papst an uns vorbeischritt, einen Kniefall machen und 'Heiliger Vater' sagen. Ich fand es eine Anmaßung, einen Menschen gleich anzureden wie den Himmlischen Vater; ja Jesus verbietet uns in Matthäus 23, 8-10 jemanden Lehrer, Meister oder Vater zu nennen.

Jährlich am 6. Mai müssen alle neuen Gardisten einen Treueschwur auf Gott und seine Heiligen ablegen. Hierzu sagt das Wort Gottes in Matthäus 5,33-37:

<Wiederum habt ihr gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht falsch schwören, du sollst aber dem Herrn deine Eide erfüllen. Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist seiner Füsse Schemel, noch bei Jerusalem, denn sie ist des grossen Königs Stadt, noch sollst du bei deinem Haupt schwören, denn du kannst nicht ein Haar weiss oder schwarz machen. Es sei aber eure Rede: Ja, ja! Nein, nein! Was aber mehr ist als dieses, ist vom Bösen.>

Der Papst nennt sich Stellvertreter Christi. Jesus war der Tröster der Apostel, als er noch bei ihnen auf Erden weilte. Der andere Tröster, der seine Stelle einnimmt, ist nicht Petrus oder einer seiner Nachfolger, sondern der Heilige Geist. Dies sagt Jesus in Johannes 14, 16-17 und 26

<Und ich werde den Vater bitten, und er wird euh einen anderen Beistand geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. - Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wir in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.>

Jesus hat nicht gesagt, er werde seine Kirche auf Petrus bauen. Der Fels ist Jesus Christus selber, und auf ihn ist die Gemeinde gebaut.

Matthäus 16,18 :  < Aber auch ich sage dir, dass du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Gemeinde bauen, und des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen.>

1. Korinter 10,4:    <...und alle denselben geistlichen Trank tranken, denn sie tranken aus einem geistlichen Felsen, der sie begleitete. Der Fels aber war der Christus.>

Epheser 2, 19-20:   <So seid ihr nun nicht mehr Fremde und Nichtbürger, sondern ihr seid Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen. Ihr seid aufgebaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, wobei Christus Jesus selber der Eckstein ist.>

Jesus gab Simon den Namen Petrus (petros), was 'kleiner Stein' bedeutet. Das Wort für Fels lautet (petra), was Jesus selber ist. In 1. Petrus 2, 5-6 redet Petrus selber von Gläubigen als von Steinen und von Jesus als dem Felsen:

<Lasst euch selbst als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, ein heiliges Priestertum, um geistliche Schlachtopfer darzubringen, Gott wohlannehmbar durch Jesus Christus. Denn es ist in der Schrift enthalten: Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein: und wer an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden.>

Den Schlüssel und die Macht zu binden hat Jesus nicht nur Petrus gegeben. Diese Vollmacht steht allen Gläubigen zu:

Matthäus 18,18:   <Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr etwas auf der Erde binden werdet, wird es im Himmel gebunden sein, und wenn ihr etwas auf der Erde lösen werdet, wird es im Himmel gelöst sein.>

Ich sah keinen Sinn mehr im Gardendienst, und so verließ ich die Schweizergarde nach einem Jahr. Als ich wieder in meiner Heimat war, kam es mir vor, als wäre ich von einer Gefangenschaft zurückgekommen."

Echt stark von einem Gardisten fundierte Bibeltexte zu lesen, die jeden überzeugen müßten, dass Jesus kein Papsttum wollte und dass die Katholische Kirche wenig mit dem Christentum zu tun hat. Bei Evangelikalen fand er seine neue Glaubensgemeinschaft und fand dort die seelische Wiedergeburt. Apropos seelische Wiedergeburt. Wissen Sie schon, was dies bedeutet? Einmal fragte ich einen Pfarrer, was dies bedeute und seine Antwort lautete: 'Ich weiß es nicht.' Das ist beschämend, denn die seelische Wiedergeburt ist etwas vom Wichtigsten. Lt. Johannes 3, 3-5 hatte Nikodemus Jesus auch nicht verstanden, doch in der Neuoffenbarung ist sie sehr gut erklärt. Darüber ein anderes mal.

Der ehemalige Schweizergardist kam auch beim Bibelstudium darauf, dass Gott weder Maria noch sogenannte Heilige als Mittler und Fürsprecher will, dass weder die Eucharistie noch die Kindertaufe stimmen, es ärgern ihn Ablässe und Reliquien und im ersten Brief von Petrus fand er bestätigt, dass Totenmessen keinem Verstorbenen helfen. Er hat erkannt, dass nur eine bewußte Hinwendung zu Jesus nötig ist. Er war kein lauer Katholik, dem nur das Brauchtum und früher auch noch das Ansehen bei anderen Leuten, wichtig war.  Er musste im katholischen Umfeld seiner Gemeinde wirtschaftliche Nachteile und Dinstanzierung von ehemaligen Freunden erfahren. Doch dies ist nicht schlimm, wenn man das Wichtigste gefunden  hat.

Bei den Evangelikalen gefällt mir ihre Begeisterung für Jesus und wenn sie Abendmahl halten, dann verstehen sie dies als Gedächtnis. Soweit mir bekannt, sind sie noch nicht aufgeschlossen für Neuoffenbarungen. Doch wenn man sich intensiv mit der Bibel beschäftigt, müssten ihnen einige Stellen auffallen, die darauf hinweisen.

Mit besten Wünschen und Grüssen

Ihre Traudy Rinderer

Anno domini 2009 am 4. März